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Aufregung über Blitzer in NRW und Niedersachsen : Unsere Blitzer werden niemals kalt

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Über die Aufregung, dass die Polizei in den letzten Tagen in NRW und Niedersachsen ununterbrochen an tausenden Messstellen geblitzt haben, können wir Mecklenburger nur milde lächeln: Das haben wir praktisch jeden Tag.

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2012 | 06:04 Uhr

Was für eine Aufregung in den vergangenen Tagen, welch ausufernde Berichterstattung. Die Polizei blitzte für ein paar Tage ununterbrochen an tausenden Messstellen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und sogar in Holland. „Na und?“, sagen wir Mecklenburger. „Das haben wir nicht nur zweimal im Jahr, das haben wir praktisch jeden Tag. In einer Region, in der die Blitzermeldungen im Radio inzwischen länger sind als die eigentlichen Nachrichten, in einer Region, die Linieneinsätze der Polizei und die vor allem die eifrigen Ordnungsämter in den Städten und Landkreisen erlebt, in dieser Region können Rasermeldungen kaum noch jemanden schocken.

Das Schlimme ist, wir haben uns als Einheimische längst daran gewöhnt, dass hinter jeder Hecke, hinter jedem Busch und hinter mancher Brücke ein Rotlicht für die kostenpflichtigen Fotos lauern kann. Wir wissen schon seit Jahren, dass auch Mülltonnen zum Verhängnis werden können und die Lasergeräte der Polizei auch Hunderte Meter weit reichen.

Der Mecklenburger hat verinnerlicht, dass eine Dauerbaustelle auf der Autobahn fast immer eine Dauermessstelle nach sich zieht. Und dass man die 60er-Zone dort sehr ernst nehmen sollte, wenn man seinen Führerschein liebt. Nur unsere Gäste, die Touristen, die Durchreisenden sind immer wieder böse überrascht und geschockt, wie schnell man bei uns auch für kleine Geschwindigkeitsüberschreitungen zur Kasse gebeten wird. Böse Zungen sprechen mit Blick auf die vielen stationären Anlagen gar schon von einer Touristensteuer, die automatisch erhoben werde. Vor diesem Hintergrund mutet der Hype, der jetzt um diese Großkontrolle in den alten Bundesländern gemacht wird, doch etwas merkwürdig an.

Natürlich gibt es ernste Gründe für den so genannten Überwachungsdruck, auch bei uns. Und richtig ist auch, dass gerade in Westmecklenburg besonders gern und auch besonders schnell gefahren wird. Und doch ist die ganze Blitzerei längst zur Geldschneiderei verkommen.

Wenn es denn wirklich nur um die Unfallstellen ginge, wenn man sich vor Schulen oder besonders gefährlichen Kreuzungen oder Baustellen aufbaute, kein Mensch würde etwas sagen. Doch was in Schwerin und Umgebung inzwischen gespielt wird, ist zu einem nervenden Dauerlauf zwischen Hase und Igel verkommen, bei dem der stets wachsam messende Beamte meist am längeren Hebel sitzt. Da wird gnadenlos ein Tempo-70 auf der Schweriner Umgehungsstraße durchgedrückt, das kaum einer versteht. Da werden wichtige Einfallstraßen zur Tempo-30-Zone deklariert, um im Anschluss schön die Hand für die ach so bösen Raser aufzuhalten.

Damit muss auch mal Schluss sein. Messen da, wo es nötig und sinnvoll ist und nicht, weil der klamme Haushalt es so will. Dann steigt vielleicht auch die Einsicht.

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