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21. September 2017 | 07:13 Uhr

"Unfallort wird schnell zum Tatort"

vom

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2010 | 08:45 Uhr

lübz | Schwer verletzt wurde ein Mädchen am Freitagnachmittag bei einem Unfall an der Kreuzung Goldberger Straße/B 191. Bisherigen Erkenntnissen zufolge überquerte die Achtjährige korrekt den Fußgängerüberweg, als sie von einem Auto erfasst wurde, dessen Fahrerin aus der Bahnhofstraße kommend nach links in Richtung Plau am See abbog. Das Kind prallte mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe und fiel anschließend auf die Straße. Nach Aussagen der Mutter kümmerte sich jedoch nicht die Fahrerin, sondern eine andere Frau um ihre Tochter, die zunächst selbst mit letzter Kraft zum Gehweg gehumpelt sei. Nach kurzem Stopp habe die Fahrerin zunächst "ihr Auto in Sicherheit" bringen und - obwohl direkt darauf angesprochen - auch nicht die Polizei verständigen wollen.

"Gesundheit ist das höchste Gut und deshalb lautet die ganz klare Abfolge: Unfallstelle absichern, über die 112 Rettungsdienst verständigen und Erste Hilfe leisten, letzteres möglichst parallel", sagt Polizeihauptkommissar Dietmar Gehrt vom Polizeirevier Plau am See. Bedenken müsse man allerdings auch, dass ein Unfall für die weitaus meisten Menschen im Gegensatz zu Rettungskräften eine Ausnahmesituation sei, in der sie etwa wegen eines Schocks oft falsch handeln, ohne es zu wollen. "Bewusst sein muss trotzdem allen, dass ein Auto das letzte ist, worum sie sich zu kümmern haben, wenn ein Mensch verletzt wurde", so Gehrt. "Geprüft werden muss dann immer, ob es sich zum Beispiel um unterlassene Hilfeleistung, vorsätzliche/fahrlässige Körperverletzung oder - bei noch schlimmeren Unglücken - sogar Tötung handelt." Ebenso unzureichend sei es, einen Menschen nach einem Zusammenprall ohne ärztliche Überprüfung nach Hause gehen zu lassen: "Wenn jemand sagt, dass er doch nur ein bisschen Kopfschmerzen habe, die schon wieder vorbeigehen werden, kann es sein, dass er eine Stunde später zuhause mit einer Hirnblutung zusammenbricht. Auf der Straße kann niemand in den Kopf des anderen hineinschauen. Ein Unfallort wird deshalb ganz schnell zum Tatort."

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