Und wieder ein Millionen-Pferd

Richard Robinson und Carlucci  feierten viele Erfolge in der so genannten Youngster-Tour. Jetzt ist der Wallach verkauft. Foto: Jutta Wego
Richard Robinson und Carlucci feierten viele Erfolge in der so genannten Youngster-Tour. Jetzt ist der Wallach verkauft. Foto: Jutta Wego

Die Meldungden von Millionen-Pferden aus Mecklenburg reißen nicht ab. Ende November erzielte Hobbyzüchter Reinhard Mahnel aus Bad Kleinen für den zweieinhalbjährigen Springhengst Le Champ Ask auf der Auktion in Verden die Rekordsumme von 1,1 Millionen Euro. Jetzt wird diese Summe noch getopt - beim Verkauf von Carlucci.

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11. Dezember 2008, 07:30 Uhr

Schwerin | Ein Königreich für ein Pferd, das eine Million und mehr wert ist - der Traum jedes Züchters bzw. Besitzers! Bei den Oldenburger Hengsttagen Ende November in Vechta wurde dem Bad Kleinener Hobbyzüchter Reinhard Mahnel laut Augenzeugen "weiß wie eine Wand, kriegte das Zittern", als die Versteigerung seines Schimmelhengstes in der Region zwischen 500 000 und 600 000 Euro ankam. Der Hammer zugunsten des dänischen Lego-Fabrikanten Kjeld Kirk Kristiansen im Bieterduell mit einem Norweger fiel erst bei 1,1 Millionen Euro. Eine Wahnsinnssumme, die für ein zweieinhalbjähriges Pferd noch nie geboten wurde.

Doch keine drei Wochen später ist die Summe getoppt, wie aus Insiderkreisen zu erfahren war. Von der Anlage "Alter Landsitz" in Sommerstorf bei Waren wurde der Holsteiner Wallach Carlucci verkauft, bisher im Besitz von Dr. Wolfgang Neubert, Vorstandsvorsitzender der KMG Kliniken AG in Bad Wilsnack. Laut Insidern liegt die Summe über 1,1 Millionen Euro. Dr. Neubert wollte dies nicht bestätigen, meinte aber süffisant: "Geschenkt ist er nicht. Carlucci ist ein Preisprodukt, ein Pferd mit internationaler Klasse."

Der Spitzen-Wallach, ab 1. Januar neunjährig und damit im besten Turniersportalter, sei laut Dr. Neubert "auf dem Wege des Verkaufs. Wo er letztendlich seinen Standort hat, ist noch offen." Nach unseren Informationen soll Carlucci aber über Zwischenhändler, wie bei Geschäften dieser Dimension üblich, nach Frankreich gehen. An solch einem Verkauf verdienen bestimmt drei, vier Leute dran, heißt es in der Szene. Als "normaler" Pferdebesitzer kommt man an jene Personen gar nicht ran, die bereit sind, diese Summen zu zahlen. "Eine Schwackeliste wie beim Autokauf gibt es bei Pferden nicht. Da heißts: Was ist es einem Liebhaber wert?", sagt Dr. Neubert, zu dessem KMG-Bereich u. a. auch die Klinik in Güstrow und ein Reha-Krankenhaus in Plau gehören.

Der gebürtige Sachse, der vor sieben Jahren zum Reitsport wie die berühmte Jungfrau zum Kinde durch den Erwerb der insolventen Hotel- und Reitanlage in Som merstorf kam, will die Anzahl von derzeit 30 Pferde auf dem "Alten Landsitz" drastisch auf 20 reduzieren. "Mehr ist für die Bereiter Richard Robinson und Martin Wißenbach nicht verantwortbar. Einen dritten Bereiter gibt die Anlage nicht her."

Auch wurde das KMG-Team aufgelöst, für das neben Robinson auch der zweifache Derby-Sieger André Thieme (Plau) sowie Heiko Schmidt (Neu Benthen) gestartet sind. Thieme reitet künftig für "Equestrian Sport Events" (ESE) von Herbert Ulonska (Hamburg), dem Organisator der CSI in Neustadt/Dosse und Redefin.

Trotz der Veränderungen auf dem "Alten Landsitz" geht es dort mit dem Spitzenreitsport weiter. "Richard (Robinson) stehen mindestens fünf Pferde für die Große Tour zu Verfügung", so Dr. Neubert, dessen großes Sommerstorfer Freiluft-CSN, zuletzt war es erstmalig als Vier-Sterne-Turnier ausgeschrieben, Mitte Mai 2009 stattfindet.

",Geld schießt Tore, heißt es im Fußball. ,Viel Geld macht wenig Fehler, sagt man im Reitsport", verkündet der KMG-Chef. Bestes Beispiel ist die Schweizerin Simone Wettstein, die gerne bei Holger Wulschner (Groß Viegeln) kauft. Dies Jahr gingen gleich drei Pferde ins Alpenland, darunter mit Cool Man die Nr.2 im Wulschner-Stall. Schön, wenn man einen reichen Vater hat, der mittlerweile in Dubai wohnt und von dort aus sponsert…

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