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20. September 2017 | 20:31 Uhr

Und plötzlich war das Geld weg

vom

svz.de von
erstellt am 10.Jun.2010 | 10:16 Uhr

Weststadt | In der Bankfiliale scheint alles wie immer. Zum Wochenbeginn will Alexander Stein* (*Name von der Redaktion geändert) am Automaten Geld abheben. Doch statt Geld nur ein Hinweis auf dem Monitor: "Melden Sie sich bitte bei Ihrer Filiale". Die Karte behält der Automat gleich ein. Nichts geht mehr, Stein verlässt die Bank. Ohne Geld, ohne EC-Karte und ohne zu wissen, was überhaupt passiert ist.

Stein findet keine Erklärung. Als er sich Anfang des Monats Kontoauszüge geholt hatte, war schließlich noch alles in bester Ordnung gewesen. Erst der Anruf bei der Bank bringt Licht ins Dunkel. "Auf ihr Konto wurde unerlaubt zugegriffen", erklärt ihm eine Mitarbeiterin. Nicht nur gähnende Leere auf seinem Konto - sogar den Dispo haben die Betrüger angezapft. "Kein gutes Gefühl", erinnert sich Stein. Vor den Zahlen steht ein Minuszeichen. Insgesamt 2500 Euro haben die Kriminellen abgebucht. In kleinen Beträgen - viermal 211, einmal 411, zweimal 449 und mehrere Male 59 Euro. Die krummen Beträge ergeben sich, weil die Abbuchungen von Sofia aus in der bulgarischen Währung Lew getätigt wurden, wie Polizeisprecher Klaus Wiechmann erklärt. Bereits gestern vor einer Woche schlugen die Täter zu. Um 22.41 Uhr begannen sie ihren Diebeszug, um 23.15 waren sie fertig. Und das Konto um viele hundert Euro leerer.

Nach der Hiobsbotschaft begann für den geprellten Bankkunden die "Rennerei". Von der Bank ging es zur Polizei. Dort warteten auch schon andere Opfer des Datenklaus. "Einem hatten sie in Südafrika Geld vom Konto abgebucht", erinnert sich der Schweriner. Mit einer gestempelten Kopie seiner Aussage musste er dann zurück zur Bank. Diese leitete anschließend ein Verfahren zur Rücküberweisung des Geldes ein. In einigen Tagen bekommt Stein eine neue Bankkarte. Und innerhalb von zehn Tagen überweist die Bank den geklauten Betrag zurück. "Schön war das alles nicht, aber die Bank hat das Problem schnell gelöst", meint er. Auch an Bargeld kommt der Geschädigte jederzeit. Mit dem Personalausweis kann er Geld am Schalter abholen.

Mittlerweile haben sich etwa 80 Datenklau-Opfer gemeldet. "Es sieht ganz so aus, als würde sich die Schadenssumme insgesamt auf die 100 000-Euro-Marke zubewegen", so Wiechmann. Seit März hat es in Mecklenburg-Vorpommern bereits 17 Fälle von so genanntem Skimming gegeben, teilte das Landeskriminalamt mit.

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