Umweltpark in akuten Finanznöten

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13. November 2009, 05:50 Uhr

Güstrow | Der Güstrower Natur- und Umweltpark (Nup) steckt zum Jahresende in akuten Liquiditätsproblemen. Grund: ausstehende Fördermittel für das Großprojekt Raubtier-WG. Die Zeit drängt für den wichtigsten Touristenmagneten der Barlachstadt. Um die Gehälter der 25 Mitarbeiter sowie Rechnungen dieses Jahr noch bezahlen zu können, wandte sich der Nup mit einem Hilferuf an die Stadt. Die reagierte prompt: Der Hauptausschuss der Barlachstadt bewilligte jetzt in einer Eilentscheidung einstimmig eine Geldspritze von 100 000 Euro. Die Stadtvertretung soll Ende des Monats noch einmal 200 000 Euro nachlegen.

Bürgermeister Arne Schuldt macht klar: "Der überplanmäßige Zuschuss von gesamt 300 000 Euro ist ein Vorgriff auf den Zuschuss 2010." Unterstützung in dieser Höhe bekommt der Nup jedes Jahr von der Stadt. Der für kommendes Jahr vorgesehene Zuschuss wird also schon jetzt überwiesen. Aufgrund der schlechten Haushaltslage der Stadt sei es ausgeschlossen, dass der Nup 2010 noch einmal Geld bekomme, so Schuldt. Die Finanzierung der überplanmäßigen Haushaltsausgabe erfolgt aus der Rücklage der Stadt. Eigentlich wäre dafür eine erneuter Nachtragshaushalt erforderlich, was jedoch aufgrund der Dringlichkeit nicht mehr realisierbar sei.

"Jetzt können wir wieder beruhigt schlafen"Der Nup erfuhr gestern durch unserer Zeitung von der Entscheidung des Hauptausschusses. "Das ist sehr positiv für uns. Jetzt können wir wieder beruhigt schlafen", so die erste Reaktion von Marianne Tuscher vom Nup. Vorfinanzierte Investitionen, ausstehende Fördermittel sowie die geringeren Einnahmen jetzt im Winter hätten zu den Liquiditätsproblemen geführt, erläutert sie. Es geht primär um die Raubtier-WG, eine 1,1 Millionen Euro teure Großinvestition, die der Nup dieses Jahr verwirklicht hat. "Hier stehen noch Fördermittel aus und wir wissen nicht, wann sie kommen", so Marianne Tuscher. Rechnungen mussten vom Nup vorfinanziert werden. "Diese Fördermittel-Praxis ist schwierig. Ohne die Stadt im Rücken könnten wir solche großen Baumaßnahmen nicht realisieren."

Besucherzahlen erneut auf RekordniveauDer bereits jetzt gewährte Zuschuss der Stadt diene als Zwischenfinanzierung für die ausstehenden Fördermittel, so Marianne Tuscher. Es handele sich um eine "Vorsichtsmaßnahme". "Wir geben dieses Geld nicht jetzt und heute aus, sondern es fließt in unseren Haushalt 2010", erklärt sie. Dadurch und mit den irgendwann fließenden Fördermittel geht sie davon aus, dass kommendes Jahr nicht erneut ein Liquiditätsproblem entstehen wird.

Unterdessen blickt der Güstrower Nup auf ein gutes Gesamtergebnis 2009 zurück. Die Besucherzahl konnte im Vergleich zum Vorjahr erneut um 10 000 auf 160 000 Besucher gesteigert werden.

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