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21. August 2017 | 04:44 Uhr

Umweltamt bremst Rodelbahn aus

vom

Bad Doberan | Christian Dirkners Kinder können es kaum erwarten. Lieber heute als morgen würden sie auf der geplante Sommerrodelbahn ihres Vaters am südlichen Stadtrand Bad Doberans hinunterrutschen. "Wenn alles super läuft, können im Frühjahr die Bauarbeiten beginnen", sagte der private Investor aus Bargeshagen noch vor wenigen Tagen. Eine artenschutzrechtliche Genehmigung und die Zustimmung der Bad Doberaner Stadtvertreter zu seinem Vorentwurf gaben ihm Grund, optimistisch zu sein. Doch nun hat das Umweltamt des Landkreises Klärungsbedarf angemeldet.

Neben den Zauneidechsen, die auf dem Berg leben und umgesiedelt werden müssen, sind am Auslauf der geplanten Bahn auch noch geschützte Biotope vorhanden, die nicht angetastet werden dürfen. "Jetzt muss der Investor versuchen, die Bahn so zu ändern, dass die Biotope nicht berührt werden", sagt Norbert Sass, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in Bad Doberan. Ein weiteres Gutachten ist notwendig. "Das nimmt Zeit in Anspruch", sagt Dirkner, für den der Baubeginn damit in nicht absehbare Ferne rückt. Es gehe jedoch nicht darum, das Projekt zu verhindern, sondern umweltschutzrechtliche Belange zu berücksichtigen, so Sass.

30 000 Kubikmeter Erde fehlen noch

Auch wenn Dirkner von der Verzögerung nicht begeistert ist - er ist das Warten gewöhnt. Den Traum von einer eigenen Sommerrodelbahn träumt der 39-Jährige bereits seit fünf Jahren. Im Urlaub mit seiner Frau, seiner Tochter und seinem Sohn testete er Bahnen im Thüringer Wald, in Malchow, auf Rügen und im Harz und sagte sich: "Was meinen Kindern Spaß macht, macht anderen Kindern auch Spaß." Die Idee war geboren. Bei der Stadt Bad Doberan sei das Projekt von Anfang an auf Interesse gestoßen, sagt Dirkner. Und so sei die Idee von Jahr zu Jahr konkreter geworden. 700 Meter lang soll die Bahn nun werden. Die Höhe des Bergs, der von den älteren Doberanern "Stülower Alpen" genannt wird, mit seinen 27 Metern aber eher ein Hügel ist, lässt keine längere Strecke zu. Dirkner muss sogar noch zwölf Meter aufschütten - 30 000 Kubikmeter Erde sind dafür notwendig. Als Höhepunkt ist ein Kreisel oben auf dem Berg geplant, von dem aus auch das Doberaner Münster zu sehen ist. Am Fuß soll ein Bahnhof mit einem Kassenhäuschen, sanitären Anlagen und einem Kioskbetrieb entstehen. Und mittelfristig will der Bargeshäger auch noch einen Streichelzoo, einen Lehrpfad und einen Spielplatz schaffen. "Erlebnisberg am Münster" könnte die Attraktion heißen, findet Kristina Dirkner, die das Marketing übernehmen will. Zielgruppe der Sommerrodelbahn sind sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene. Christian Dirkner hofft, dass er von den vielen Touristen profitieren wird, die ihren Urlaub an der Ostseeküste verbringen. Aber auch Schulklassen will er mit seinem Angebot erreichen. Konkurrenz durch andere Bahnen gibt es im Landkreis keine. Die anderen drei in Mecklenburg-Vorpommern befinden sich in Malchow, Burg Stargard und auf Rügen.

Ob die Kinder der Dirkners die neue Sommerrodelbahn in den "Stülower Alpen" schon im kommenden Jahr einweihen können, ist derzeit allerdings noch unklar. "Der Naturschutz wird im Landkreis groß geschrieben", sagt der Investor, der nun ein weiteres Gutachten in Auftrag gibt.

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erstellt am 29.Sep.2010 | 08:45 Uhr

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