Umsteigen unter Polizeiaufsicht

Der Hubschrauber landet.
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Der Hubschrauber landet.

Das sorgt für Aufsehen: Auf der Rasenfläche direkt am Bahnhof landet ein schwarzer Hubschrauber der Bundespolizei. Schwarz gekleidete Männer und einige Frauen steigen aus. Bundespolizei steht auf ihren Shirts. Wenig später wiederholt sich das Ganze.

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24. Juli 2008, 09:25 Uhr

Wittenberge - Die Bundespolizisten verteilen sich, stehen vor dem Empfangsgebäude, gehen zu den Bahnsteigen, stehen an den Treppenaufgängen. Mittlerweile sind auch noch drei Kleinbusse in Grün, Blau und Grau vorgefahren. So mancher, der gestern mehr oder minder zufällig am Bahnhof ist und einen Fotoapparat dabei hat, zückt diesen und hält zumindest den Hubschrauber im Bild fest.

Die Polizisten warten augenscheinlich. Aber worauf? Mitarbeiter des Bahnhofs wissen, „dass ist immer so, wenn oben an der Ostsee das Musikfestival stattfindet“. Und sie fügen hinzu: „In allen Jahren ist bei uns aber nichts passiert.“ Wissen muss man: Wittenberge ist Umsteigebahnhof für junge Leute, die aus dem Magdeburger Raum Richtung Norden zum „Forceattack“-Festival in Rövershagen wollen. Um 12.41 Uhr kommt der Zug hier an. Drei Minuten bleiben, um vom Bahnsteig 2 auf den Vierer zu kommen. Hier fährt der Zug Richtung Wismar ab, den die bunte Truppe erreichen muss. Das Umsteigen erfolgt unter Polizeiaufsicht. Zwei Ehepaare, die mit dem Zug bis nach Schwerin wollen, gucken sorgenvoll. Müssen sie um ihre Sicherheit fürchten?

Jens Schobranski als einer der Pressesprecher bei der Bundespolizeidirektion Berlin spricht von einem präventiven Einsatz, und auch bei einem solchen sei es durchaus üblich – wegen der Beweglichkeit –, dass Kräfte auf dem Luftweg, also mit dem Hubschrauber an den Einsatzort gebracht werden. Sicherheit für Reisende, Präsenz, falls Gruppen mit unterschiedlichen Interessenslagen aufeinander treffen sollten, und den Schutz des Bahnhofs zählt Schobranski als Einsatzgründe auf. Derartige Begleitung von Reisenden sei auch bei Fußballspielen üblich, wenn Fans in großen Gruppen unterwegs sind.

Das Umsteigen hier klappte ohne Vorfälle. Der Aufenthalt der gut gestimmten Festivalteilnehmer dauerte aber 13 statt drei Minuten, der Zug verspätete sich.

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