Krippenmuseum in Güstrow : Umbau der Krippenausstellung

Karin Theil und Gabriele Gehrt bauen die Krippenausstellung um. Hier setzen sie ein Weihnachtsgeläute zusammen. Regina Mai
Karin Theil und Gabriele Gehrt bauen die Krippenausstellung um. Hier setzen sie ein Weihnachtsgeläute zusammen. Regina Mai

Vor dem 1. Advent wird im Norddeutschen Krippenmuseum in Güstrow umgebaut. Diesmal ist auch eine Figurengruppe von Ernst Barlach zu sehen. Die Stiftung schöpft aus einem Fundes von rund 600 Krippen aus aller Welt.

von
26. November 2012, 09:43 Uhr

Schützend hält Josef den Mantel um Maria, die das Jesus-Kind in Armen hält. Die Figurengruppe des Bildhauers Ernst Barlach unter dem Titel "Ruhe auf der Flucht" rückt in den Mittelpunkt der Ausstellung im Norddeutschen Krippenmuseum, die derzeit umgebaut wird, und gibt ihr mit der Flucht ein Thema.

"Neben der Figurengruppe werden auch drei Vorgängermodelle von Barlach zu sehen sein", freut sich Heidemarie Wellmann vom Förderkreis der "Weihnachtskrippen in Heilig Geist - Mechthild und Dr. Rudolf Ringguth-Stiftung". Mit der Ernst-Barlach-Stiftung habe man einen Leihvertrag bis zum Juni abgeschlossen. Die Idee dazu habe Bürgermeister Arne Schuldt, gleichzeitig Vorsitzender der Stiftung, gehabt, als ihm eine Postkarte mit der Skulptur in die Hände geriet. Sie passe sehr gut in die Ausstellung und gebe dieser eine besondere Note. Dazu habe man eine Reihe von Krippendarstellungen ausgesucht, die die Flucht nach Ägypten in irgendeiner Weise thematisieren. Es seien darunter Stücke aus China, Frankreich, Kamerun und Peru, berichtet Heidemarie Wellmann. In zwei Vitrinen wolle man diese Ausstellungsstücke konzentrieren. "Flucht und Vertreibung ist ein ewiges und heute wieder aktuelles Thema", fügt sie hinzu. Diese Krippen werden im Obergeschoss zu sehen sein.

Eine Darstellung der Geburt Jesu aus Südkorea - die Figuren sind in Seide gekleidet - wird im Altarbereich gezeigt und rückt somit in der unteren Etage in den Mittelpunkt. Angetan hat es Heidemarie Wellmann eine Krippe aus einer spanischen Porzellan-Manufaktur. Sie zeigt die heilige Familie mit Ochs und Esel und ist so fein gearbeitet, dass sie die Blicke auf sich ziehen dürfte. "Sie ist wunderschön", schwärmt die Güstrowerin und ist sich sicher, dass sich auch im sechsten Jahr für die Güstrower wieder ein Besuch des Norddeutschen Krippenmuseums in der Heilig-Geist-Kirche lohnt. Es werden wieder 120 bis 130 Ausstellungsstücke zu sehen sein. Dabei schöpft die Stiftung inzwischen aus einem Fundes von rund 600 Krippen aus aller Welt. Neben dem Nachlass der Initiatorin Mechthild Ringguth sind das Stücke von Heti Steffler aus Münster und von einzelnen Gebern, berichtet Heidemarie Wellmann und positioniert eine gestrickte Darstellung der Geburt Jesu. Sabine Wappler aus Warnow gab sie in die Stiftung. Ihre Mutter Elfriede Roth hatte sie angefertigt.

Ehrenamtliche Mitstreiter gesucht

Dringend sucht der Förderkreis weitere ehrenamtliche Mitstreiter, insbesondere um die Öffnungszeiten des Museums abzudecken. Aus Altersgründen, so erklärt Heidemarie Wellmann, seien einige Helfer inzwischen ausgeschieden. "Wer Zeit und Lust hat, gern Gäste empfängt, ist bei uns richtig", sagt sie. In der Regel würden die Helfer in der Woche zweieinhalb Stunden Dienst tun. Manch einer komme aber auch nur einmal im Monat. Das sei individuell zu regeln. Insbesondere für die Feiertage sei sie immer auf der Suche nach Helfern.

Konzert, Puppenspiel sowie Musik und Texte

Mit einer kleinen Feier mit geladenen Gästen öffne die Hochsaison des Norddeutschen Krippenmuseums am 30. November. Bis zum 15. Januar hat das Museum täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Wer eine Führung durch die Ausstellung möchte, sollte sich schnell anmelden. Einige stünden schon im Terminkalender. Dort steht auch ein Benefiz-Weihnachtskonzert am 7. Dezember. Ab 15 Uhr singt an diesem Freitag der "Kleine Chor Güstrow" Weihnachtslieder aus fünf Jahrhunderten. Dabei ist auch ein Bläsertrio aus Erle. Am 18. Dezember wird ein Krippenspiel mit Handpuppen gezeigt. Die Vormittagsvorstellung sei bereits ausgebucht. Interessenten für den Nachmittag (15 Uhr) können sich noch unter Telefon 0 38 43/46 67 44 abmelden. Zu Epiphanias (6. Januar) wird es wieder eine Veranstaltung mit Musik und Texten (Thema: Flucht und Vertreibung) geben. Es musizieren Angelika und Martin Ohse.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen