Überholverbot auf neuer B 189 - Hochstraße zwischen Groß Pankow und Kuhbier wurde zum Unfallschwerpunkt

Die Sperrlinie  auf einem Teil der neuen B 189 zwischen Groß Pankow und Kuhbier verbietet das Überholen. Foto: Thomas Bein
Die Sperrlinie auf einem Teil der neuen B 189 zwischen Groß Pankow und Kuhbier verbietet das Überholen. Foto: Thomas Bein

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01. September 2008, 06:18 Uhr

Groß Pankow - Eine Sperrlinie mit Riffelmarkierung in dem langgestreckten kurvigen Bereich gleich hinter Groß Pankow in Richtung Kuhbier zeigt den Kraftfahrern an: Es ist rechts von der Sperrlinie zu fahren, also Überholverbot. „Die neue B 189 ist in diesem Bereich ein Problem. Es gab wiederholt falsche Einschätzungen der Situation beim Überholen. Das führte zu Unfällen“, sagt Wolfgang Peter, Leiter der Kreisunfallkommission, auf „Prignitzer“-Nachfrage.

2007 habe es sechs Unfälle gegeben, einer dabei mit einem Schwerstverletzten. Und auch in diesem Jahr habe es auf diesem Abschnitt schon mehrfach gekracht, sehr schlimm am 22. Mai, als es zu einem Frontalaufprall kam, weil trotz Gegenverkehrs überholt worden war. Die Folge: ein Schwerstverletzter.

Ursachen für diese Unfallhäufung sieht Peter in den Kurven, den Schutzplanken und auch dem Gefälle bzw. dem Anstieg der Fahrbahn in entgegengesetzter Richtung. Das beeinträchtige die Überholsichtweiten. Doch an dieser Stelle sei der Überholdruck sehr groß nach der „Nadelöhr-Strecke“ zwischen Retzin und Groß Pankow, macht Peter deutlich. Hinzu komme die Geschwindigkeit. „Hier wird auch schneller als die erlaubten 100 Stundenkilometer gefahren“, schätzt de Leiter der Kreisunfallkommission ein.

Die Kommission habe sich im Juni mit der Problematik beschäftigt und sich aufgrund des Unfallgeschehens für die Sperrlinie mit Riffelmarkierung entschieden. Seit Ende Juli herrscht also Überholverbot auf diesem Abschnitt der neuen B 189. Seitdem, so Peter, habe es dort keine Unfälle mit Personenschaden mehr gegeben.

Eine richtige Entscheidung also, denn jeder Unfall ist einer zu viel. Das ist unbestritten. Was bleibt ist aber die Frage, warum die neue Straße derart unübersichtlich gebaut wurde. Während der Bauphase zwischen Ende 2002 und Oktober 2003 hatte es mehrere Anfragen allein zu dem aufwändigen, hoch aufgeschütteten Wall für den neuen Trassenverlauf gegeben. Eine der Begründungen dafür war seinerzeit die Ausgleichung des Gefälles, damit die Überholmöglichkeit gegeben sei, wie sich auch Groß Pankows Bürgermeister Thomas Brandt noch gut erinnern kann.

Dem ist aber offenkundig zumindest auf Teilstrecken nicht so. Und daran wird sich wohl auch nichts ändern. Lediglich die vordere Kurve von Groß Pankow in Richtung Kuhbier aus gesehen, so weiß Peter, soll mit dem Bau der Ortsumgehung von Groß Pankow verschwinden.

Doch die Umgehung wird vorläufig nicht gebaut. Brandenburgs Verkehrsminister Reinhold Dellmann erklärte bereits , dass man sie erst nach dem Bau der A 14 in Angriff nehme.

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