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Die Fans der ARD-Sportschau sitzen zukünftig nicht mehr in der ersten Reihe : TV-Rechte: Internet-Sportschau ab 2013?

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Im Free-TV soll die Zusammenfassung des Spieltags erst ab 21.45 Uhr zu sehen sein. Dieses Modell könnte das Aktuelle Sportstudio des ZDF aufwerten oder das Interesse von RTL oder SAT.1 wecken.

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erstellt am 07.Jun.2011 | 07:34 Uhr

Frankfurt/Main | Die Fans der ARD-Sportschau sitzen möglicherweise künftig nicht mehr in der ersten Reihe: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) plant bei der spätestens Ende des Jahres beginnenden Ausschreibung der Bundesliga-Rechte auch mit einem Alternativmodell, das dem Pay-TV-Partner Sky mehr Exklusivität und der Liga damit mehr Geld als die bislang 412 Millionen Euro pro Jahr sichern soll. Anstelle der Free-TV-Highlight-Verwertung in der ARD samstags um 18.30 Uhr soll bei diesem Modell ab der Saison 2013/2014 eine Art Web-Sportschau um 19 Uhr den frei empfangbaren Markt bedienen. Im Free-TV soll die Zusammenfassung des Spieltags dann erst ab 21.45 Uhr zu sehen sein. Dieses Modell könnte das Aktuelle Sportstudio des ZDF aufwerten oder das Interesse von RTL oder SAT.1 wecken.

Doch zunächst muss das Bundeskartellamt die Pläne der DFL noch absegnen. Entscheidend wird dabei vor allem sein, ob eine mögliche Internet-Sportschau ähnlich viele Menschen in Deutschland erreicht wie die ARD-Sportschau. "Es ist kein Geheimnis, dass wir ein zweites Szenario mit einer Ausstrahlung der Highlights nach 20 Uhr anstreben", so DFL-Chef Christian Seifert: "Das kann niemanden überraschen. Auch die ARD nicht. Es geht uns aber nicht darum, die Sportschau abzuschaffen, um mehr Geld zu erhalten. Jeder Bieter kann durch sein Angebot seine Präferenz unterstreichen." Die ARD, zum Sparen gezwungen, lehnt das jedoch mit Nachdruck ab. "Die Bundesliga ist nach 20 Uhr bereits einmal grandios gefloppt, und sie wird wieder floppen. Aber nicht in der ARD, denn daran haben wir kein Interesse", sagte Steffen Simon, als WDR-Chef verantwortlich für die Sportschau. Ohnehin würde der Zuschauer laut Simon eine Internet-Sportschau nicht annehmen: "Die User haben gelernt, im Internet kleine Video-Schnipsel zu gucken, wann immer sie wollen. Bislang haben sie es aber nicht gelernt, sich zu einer bestimmten Zeit für einen Live-Stream vor den Rechner zu setzen."

Bei der Zentralvermarktung der Medienrechte ab der Saison 2013/14 plant die DFL zudem mit dem bisherigen Modell, das aktuell der ARD-Sportschau die Berichterstattung ab 18.30 Uhr am Samstag erlaubt. Allerdings wäre es mit diesem Szenario kaum möglich, mehr Geld vom Pay-TV-Partner Sky zu erhalten. Das defizitäre Unternehmen braucht dringend mehr Exklusivität, um neue Kunden zu gewinnen und endlich aus der Schuldenfalle herauszukommen. Die TV-Sender und die Telekom überweisen jährlich 412 Millionen Euro an die DFL. Den Löwenanteil zahlt der Bezahlsender Sky mit 225 Millionen Euro. Weitere knapp 90 Millionen kommen von der ARD (Ausstrahlung der Samstags-Höhepunkte in der Sportschau ab 18 Uhr). Die Deutsche Telekom zahlt für die IPTV- und Mobilfunk-Rechte 42 Millionen Euro. Weitere 30 Millionen kommen vom ZDF sowie 25 Millionen vom Münchener Privatsender Sport1.

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