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Wismar: Ausstellung zu 800 Jahre Hafen : Tuch aus Flandern, Holz aus Russland

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Seit 800 Jahren prägt der Hafen die Hansestadt Wismar. 1211 wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Seitdem hat sich an seiner Bedeutung für die Region kaum etwas verändert.

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erstellt am 04.Apr.2011 | 10:29 Uhr

Der Hafen gehört zu Wismar wie der Sand zum Ostseestrand. Seit 800 Jahren prägt der Hafen die Hansestadt Wismar. 1211 wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Seitdem hat sich an seiner Bedeutung für die Region kaum etwas verändert. Er war Tor zur Freiheit, Platz zum Träumen und Erholen sowie Motor wirtschaftlicher Entwicklung.

Dieser Geburtstag soll in diesem Jahr gebührend gefeiert werden. Am Freitagabend wurde im Rathaus eine Ausstellung rund um die Geschichte des Hafens eröffnet. "Für mich gehören Hafen und Stadt zusammen", sagte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer. "Schon immer." Für Wismar ist der Hafen bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wein aus dem Rheinland, Tuch aus Flandern, Fisch aus Norwegen wurden hier im Mittelalter umgeschlagen. Der Wismarer Hafen war Fernhandelshafen, öffnete den Weg in die Welt und die Hanse.

Bedeutend ist er heute noch. Die Seehafen GmbH hat im vergangenen Jahr 3,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen und sich damit nach der Krise wieder leicht verbessert. Um konkurrenzfähig zu bleiben, soll die Fahrrinne bis 2015 auf 11,50 Meter ausgebaggert werden. "Das ist eines der wichtigsten Vorhaben für die Infrastruktur der Stadt und der Region", sagte der Bürgermeister. Er hatte auch kuriose Ideen aus der Geschichte ausgegraben. So gab es 1994 den Versuch, eine Fährverbindung von Wismar nach New Castle in England einzurichten. Bei dem Versuch blieb es allerdings auch. Davon und von vielen anderen Episoden und Geschichten erzählt die Ausstellung. Mehr als 100 Exponate haben Museumsleiterin Beatrice Busjan und ihre Mitarbeiter zusammengetragen. "Das Meiste war noch nicht zu sehen", sagte sie - zum Beispiel alte Fotografien. Sie wurden 1943 von den Nazis verboten, damit die Alliierten keine strategischen Details erfahren. Andere Gemälde oder Fotografien gehören erst seit kurzem zum Bestand des Museums und werden zum ersten Mal gezeigt.

Besonders stolz ist Museumsleiterin Busjan auf die Gründungsurkunde des Hafens. Sie ist eine Leihgabe des Hauptarchivs aus Schwerin. Eineinhalb Jahre hat die Vorbereitung der Ausstellung gedauert. Am Anfang stand die Frage. "Was wollen wir erzählen", erklärte Busjan. Also rückten sie die Poeler Kogge "Wissemara", die geographische Lage und seine ältesten Bewohner, die Möwen, in den Mittelpunkt. Drei Monate bis zu den Hafentagen im Juli ist die Ausstellung noch in der Gerichtslaube zu sehen. Jeden Freitag um 16 Uhr gibt es eine Führung.

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