TRW wirft 20 Leiharbeiter raus, Werksleiter: „Normale Fluktuation“

svz.de von
16. September 2008, 04:46 Uhr

Laage - Erfolgsmeldungen lieferte das Airbag-Werk Laage TRW erst vor wenigen Tagen: Mitarbeiter-Zuschwachs, gefüllte Auftragsbücher bis zum Jahre 2012. Zeitgleich schickte TRW 20 Mitarbeiter nach Hause. Die Leute sind bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt.

„Verwunderlich“ findet ein Betroffener die Situation. Ohne Erklärung seien 20 Kollegen überflüssig; Gasgeneratoren für Auto-Airbags bauen jetzt andere. Dabei kündigte Werksleiter Stephan Gappa erst kürzlich an: Der Markt brumme; bis 2012 gehe das Werk von steigender Nachfrage aus. Ziel dann: 40 Millionen produzierte Generatoren in einem Jahr.

Für den Werksleiter hat die Kürzung bei der Zahl der Leiharbeiter (zurzeit 80 von insgesamt 585 Beschäftigten) mit „normaler Fluktuation“ zu tun. Das Angebot anderer Firmen sei ein gutes Instrument, um die Mitarbeiterzahl an die jeweilige Auftragslage anzupassen.

TRW habe erst im Sommer etwa die gleiche Zahl an Leiharbeitern eingestellt, dann aber wieder welche aussortiert. Einen Grund sieht Gappa auch in der Qualität der Bewerber: „Ein Leiharbeiter ist nicht mehr das, was er vor einem Jahr war.“

Eine Zwei-Klassengesellschaft hat TRW beim Personal schon lange: Neben festangestellten Mitarbeitern bauen auch eingekaufte Arbeitskräfte Gasgeneratoren. Das mache das Werk flexibler, betont Gappa.

Der Unterschied: Ein Mitarbeiter, den das Werk über eine Zeitarbeitsfirma beschäftigt, erhalte nur etwa acht Euro Stundenlohn brutto, die Festangestellten „etwa ein Drittel mehr“, sagt ein Mitarbeiter. Stephan Gappa hält dagegen: „Ein Kostenfaktor ist das für uns nicht.“ Festangestellte und Leiharbeiter würden sich da kaum etwas nehmen. Das TRW-Werk bildet auch 25 Azubis aus.

Zu sehen bzw. zu spüren sei der Unterschied zwischen den Mitarbeitern im Alltagsgeschäft nicht: Alle trügen dieselbe Kleidung, ist aus der Belegschaft zu erfahren. Sogar zum Sommerfest habe TRW kürzlich alle in die DKB-Arena nach Rostock eingeladen. Auch die, die kurz darauf wieder gehen mussten.

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