Trockenperiode heizt Brandgefahr an

<strong>Diese Kiefer </strong>hat dem Feuer in Techentin getrotzt. Doch Forstamtsleiter Dr. Holger Voß weiß, dass dieser angebrannte Stamm mit verkohlter Rinde im kommenden Jahr leichte Beute für Käfer werden wird.<fotos>Hans-Georg Taken (2)</fotos>
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Diese Kiefer hat dem Feuer in Techentin getrotzt. Doch Forstamtsleiter Dr. Holger Voß weiß, dass dieser angebrannte Stamm mit verkohlter Rinde im kommenden Jahr leichte Beute für Käfer werden wird.Hans-Georg Taken (2)

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12. Juli 2010, 09:52 Uhr

Techentin | In seltenen Fällen ist ein Blitzeinschlag für einen Waldbrand verantwortlich, aber in fast allen Fällen sind sie auf menschliches Versagen zurückzuführen. Ein weggeworfener Zigarettenstummel, ein erhitzter Autoauspuff, eine Glasscherbe, ein Lagerfeuer oder Brandstiftung - das sind oftmals die Ursachen dafür, dass hohe materielle und ökologische Schäden entstehen.

Der Wagen des Forstamts Ludwigslust zieht eine Staubwolke hinter sich her, als er bei Techentin über einen trockenen Waldweg fährt. Dort, wo es extrem stark nach verbranntem Gras und Holz riecht und der Boden mit Asche und Ruß überdeckt ist, bleibt der Pickup stehen. Forstamtsleiter Dr. Holger Voß und Stadtförster Karl-August Ihde sind in diesem Moment nicht die einzigen an der Stelle, an der am Sonnabend rund 3000 Quadratmeter Wald und Gras brannten. Die Feuerwehr ist schon wieder angerückt und wässert den Boden, auf dem auch noch zwei Tage später tückische Glutnester für Brandgefahr sorgen. Brandgefahr, das ist in diesen Tagen das Stichwort für Holger Voß. 18 000 Hektar Waldfläche, Heide oder Waldwege gilt es in seinem Revier zu kontrollieren, einem Revier, dass zu den fünf von 29 Forstämtern des Landes Mecklenburg-Vorpommern gehört, das in die höchste Waldbrandgefahrenklasse A eingestuft wurde. "Wir haben hier einen hohen Anteil an Kiefern", sagt Holger Voß, und da Kiefernwälder meist auf armen, zur Austrocknung neigenden Standorten mit wenig Niederschlag wachsen, treffen in seinem Revier mehrere ökologische Risikofaktoren zusammen. Jetzt, bei dieser anhaltenden Trockenheit, ist zudem die höchste Waldbrandgefahrenstufe erreicht. "Wir haben seit dem 28. Juni die Stufe 4", weiß Forstamts-Sachbearbeiter Eberhard Krage. Erst wenn es einen regelmäßigen Niederschlag gibt, zehn Milliliter pro Quadratmeter gemessen werden, dann wird die Entwarnung gegeben. "Doch bei den Wetter-Prognosen, ist vorerst mit keiner Entspannung zu rechnen", sagt Holger Voß.

Um schnellstmöglich ein Feuer zu entdecken, sind auf den beiden Feuerwachtürmen in Groß Laasch und Dadow Kameras installiert, deren Bilder in der Überwachungszentrale in Jasnitz auflaufen. Raucht es irgendwo, werden nach einem bestimmten Ablaufplan Feuerwehren und Revierförster benachrichtigt. Doch es gibt noch andere Feuermelder. "Oftmals sind es Spaziergänger, die uns informieren, wenn irgendwo ein Feuer ausbricht", sagt Holger Voß. Ein Grund für ihn, die Wälder auch bei hoher Waldbrandgefahr nicht zu sperren.

Während sich Voß und Co den Schaden bei Techentin anschauen, wird auch über die Brandursache spekuliert. War es eine Zigarette, ein Auto oder gar Brandstiftung? "Das wissen wir noch nicht", sagt der Ludwigsluster Forstamtsleiter. Eines steht jedoch fest: Ein Blitzschlag war es nicht.

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