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Kreisbauernverband Ludwigslust: Warten auf Regen : Trockenheit zerrt an Nerven der Bauern

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Die anhaltende Trockenheit in der Region kann für die Landwirte zur Katastrophe werden. "So schlimm war es lange nicht mehr", weiß Elgeti, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ludwigslust.

svz.de von
erstellt am 28.Apr.2011 | 11:02 Uhr

Die anhaltende Trockenheit in der Region kann für die Landwirte zur Katastrophe werden. "So schlimm wie in diesem Jahr war es lange nicht mehr", weiß Harald Elgeti, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ludwigslust. Notwendig und normal wären im März und April 55 Liter pro Quadratmeter Niederschlag im Monat. Gefallen sind in den beiden Monaten etwa 20 Liter pro Quadratmeter. Davon waren im März auch einige Niederschläge als Schnee.

Hat der Raps im Winter schon unter den Kahlfrösten gelitten, so setzt ihm jetzt der fehlende Regen zu. Die Ausfälle sind weithin sichtbar. Östlich der A 19, so der Geschäftsführer, mussten Tausende Hektar umgebrochen werden. Auch in unseren Bereichen kamen die Landwirte nicht umhin, Rapsfelder neu zu bestellen. Dort kam Mais oder Getreide in den Boden.

Von den 100 000 Hektar Ackerfläche, die im Landkreis bewirtschaftet werden, wurden 48 000 Hektar mit Getreide angebaut. Auf 15 000 Hektar sollte ursprünglich Raps wachsen.

Schlecht entwickeln können sich unter diesen Witterungsbedingungen die Wintersaaten. Die Hauptgetreideart ist der Roggen. Die Pflanzen bestocken nicht, sagt der Fachmann. Die sich bildenden vier bis fünf Triebe der Pflanze bekommen keine Chance, sich zu entwickeln.

Auch beim Mais sieht es nicht gut aus. Über die Hälfte der bis zu 25 000 Hektar vorgesehenen Fläche im Landkreis ist bestellt. "Die Körner liegen im Boden und es passiert nichts, weil die Feuchtigkeit fehlt", so Harald Elgeti. Auch Dünger hat keinen Zweck. Ohne Regen löst er sich nicht auf.

Elgeti macht in Erwartung der großen Ernteausfälle auf ein sich anbahnendes Pro blem aufmerksam: Auf Grund der zurzeit sehr guten Preise bei Getreide haben viele Landwirte feste Verträge mit Unternehmen abgeschlossen. Jetzt stellt sich die Frage, ob sie überhaupt in der gewünschten Menge und Qualität liefern können.

Der fehlende Regen schadet nicht nur den Feldfrüchten. Auf den Wiesen und Weiden in unseren Bereichen tut sich gar nichts. Üblich ist es, dass sonst Anfang April die Jungrinder schon auf die Weiden können. Die Gräser aber wachsen nicht. So bleiben die Tiere im Stall . Futterreserven müssen eingesetzt werden. Auch die Milchkühe können - wie sonst üblich Anfang Mai - noch nicht ins Freie. "Der erste Schnitt auf den Wiesen fällt in diesem Jahr aus", so Harald Elgeti. "Er ist so viel wert wie alle anderen zusammen", fügt er hinzu. Regen, die Landwirte wünschen sich nichts Wichtigeres als ausgiebigen Regen, danach sieht es aber nicht aus. "Platzregen würde nichts bringen. Gut wäre, wenn es sachte anfängt, damit der Boden erst aufweicht, um die Feuchtigkeit aufzunehmen. Benötigt würden 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter. Dann könnte der Schaden minimiert werden", hofft Elgeti.

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