Treuester Freund bald teures Vergnügen

Hiobsbotschaft für alle Güstrower Hundefreunde! Zum 1. Januar 2009 soll sich die Steuer für den treuesten Freund des Menschen nahezu verdoppeln. Das wollen die Stadtvertreter heute Abend ab 18 Uhr im Bürgerhaus beschließen. Hundebesitzer sind empört.

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03. September 2008, 10:07 Uhr

„Wir sollen herhalten, um das Stadtsäckel zu füllen“, sagt Elke Riebe. Sie betreibt seit 1993 einen Hundesalon und kennt viele der 1342 Hundebesitzer in Güstrow persönlich. Zusammen mit ihrem Mann hält sie selbst mehrere Hunde und ist von der geplanten Erhöhung direkt betroffen. „Die Hundesteuer kann einfach willkürlich angehoben werden und die Stadtvertreter können damit ihr eigenes Sitzungsgeld erhöhen“, so Heino Riebe verärgert.
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Er bemängelt, dass mit der Hundesteuer nichts für die Vierbeiner in Güstrow getan wird. „Stattdessen wird diese Steuer zweckentfremdet. Dabei bräuchten wir hier auch Hundeauslaufgebiete wie in anderen Städten“, ist der Hundefreund überzeugt. „Die geplante Erhöhung ist wirklich heftig“, ergänzt Elke Riebe.

Zum 1. Januar 2009 soll die Steuer für den ersten Hund von jetzt 55 auf 90 Euro, für den zweiten von 65 auf 120 Euro und für den dritten von 80 auf 144 Euro steigen. Das wollen die Stadtvertreter heute Abend im Bürgerhaus beschließen. Erwartete Mehreinnahmen: 43 000 Euro pro Jahr. Bisher fließen jährlich 73 000 Euro Hundesteuern ins Stadtsäckel.

Dem Argument „Mehr Geld für die Stadt“ werden sich heute Abend wohl die wenigsten Stadtvertreter verschließen. Vor allem auch nicht, weil der Hauptausschuss die veränderte Hundesteuersatzung für die Barlachstadt Güstrow bereits abgesegnet hat. „Ja, da werden wir mitgehen“, kündigt im Vorfeld Burkhard Bauer, Fraktionsvorsitzender der Linken, an. Wer zwei oder drei Hunde habe, verfüge auch über Geld und könne die Steuern zahlen. „Es geht um Mehreinnahmen für die Stadt und die Hundehalter werden jetzt mehr in die Pflicht genommen“, so Bauer. Zudem sei Güstrow im Vergleich mit anderen Städten noch günstig.

Auch Stadtvertreter Hartmut Reimann (SPD) ist sich sicher: „Ich gehe davon aus, dass wir das so bestätigen werden.“ Nur der Güstrower CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Renz will eventuell noch einen Änderungsantrag einbringen. „Die Sprünge sind doch recht beträchtlich. Wir werden nur einer leichten Erhöhung zustimmen“, so Renz.

Die Güstrower Hundeliebhaberin Elke Riebe weist zudem auf die hohe Dunkelziffer von Hundehaltern in Güstrow hin, die keine Steuern bezahlen. „Wenn man die mal ermitteln würde, gäbe es auch mehr Einnahmen“, sagt sie.

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