Neues Gewässer in der Prignitz : Trassenbau an der A14 bringt Seen

Anfang der 70er Jahre: Der Friedensteich wächst, weil Sand für die Brückenauffahrt der B 189 benötigt wird. Stadtarchiv
Anfang der 70er Jahre: Der Friedensteich wächst, weil Sand für die Brückenauffahrt der B 189 benötigt wird. Stadtarchiv

Mit dem Bau der Autobahn 14 wird nahe der jetzigen Kreuzung von B 189 und B 195 gegenüber vom WEZ direkt am Müggendorfer Weg ein neuer See mit einer Fläche von 11,7 Hektar entstehen.

von
03. November 2010, 10:54 Uhr

Wittenberge | Auf einer derzeit noch als Acker genutzten Fläche will ein Bauunternehmen aus Genthin den Sand aus der Erde spülen. Es handelt sich um einen so genannten Nassabbau.

Der Sand wird als Schütt- und Frostschutzmaterial für den Damm der A 14 benötigt. Die Autobahntrasse soll nach den Vorstellungen der Planer nach Querung der Elbe auf einem bis zu sieben Meter hohen Wall an der Stadt vorbei führen.

Noch bis zum 17. November liegen die Unterlagen, die detailliert über den Sandabbau, das Verfahren und die Örtlichkeiten Auskunft geben, im Wittenberger Bürgerbüro aus. Interessenten können Einsicht nehmen und gegebenenfalls ihre Anmerkungen und Kritiken zu dem Vorhaben los werden. Die Auslegung ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben und erfolgt im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens.

Auch für die Trasse der A 14 in der Prignitz ist das Planfeststellungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Wie der "Prignitzer" bei seinen Recherchen erfuhr, werden zusätzlich zum Wittenberger See zwei weitere Gewässer durch das Ausspülen von Sand entstehen. Die Planungsunterlagen dafür sind noch nicht öffentlich. Bekannt wurde aber, dass die kleinen Seen mit einer Fläche von rund acht und rund zehn Hektar Größe im Bereich von Bentwisch entstehen sollen.

Um eine Vorstellung von der Dimension der Gewässer zu haben, muss man wissen, dass der Friedensteich 4,4 Hektar Wasserfläche hat. Übrigens entstand der Friedensteich in seiner heutigen Größe ebenfalls durch die Gewinnung von Bausand. Als 1973 die Arbeiten an der Umgehungsstraße von Weisen nach Seehausen begannen, wurde am Friedensteich das Material für die Elbbrückenauffahrt abgebaut. Die dafür benötigte Menge war nur ein Bruchteil dessen, was für den Damm der A 14 benötigt wird. Das zeigt auch die Dimensionen des jetzt nötig werdenden Materialabbaus.

Wie aus den Planungsunterlagen hervorgeht, wird der See am Müggendorfer Weg acht Meter tief sein. Entlang der Uferlinie zieht sich eine Flachwasserzone. Ist der Abbau beendet, wird der Bereich renaturiert, heißt es in den Unterlagen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen