Trampelpfad am Asylbewerberheim: Ein Weg voller Hindernisse

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10. April 2008, 08:09 Uhr

Parchim - Das Problem ist alt, eine Lösung noch nicht gefunden. Der Trampelpfad, wie Heimleiter Roland Bunke ihn nennt, steht regelmäßig auf der Tagesordnung – auch bei den Sitzungen des Integrationsbeirates der Stadt. Im Januar hat der Beirat beschlossen, mit einem offenen Brief an Landrat Klaus-Jürgen Iredi heranzutreten, der wiederholt fordert, die Auflagen endlich zu erfüllen.

Rückblick: Im Jahr 2004 werden die neuen Gebäude für das Asylberwerberheim an der Ludwigsluster Chaussee 4 errichtet. Eine Zuwegung jedoch fehlt. Auf der Wiese vor dem Gelände entsteht ein Trampelpfad, der sich anschließt an einen weiteren bis zur Kreuzung Juri-Gagarin-Ring. Mit der Genehmigung der Unterkunft für Asylbewerber erhält der Kreis die Auflage, einen Fußweg für die etwa 400 Meter anzulegen. Den gibt es bis heute nicht.

Ein Mann mittleren Alters, der in der Küche des Asylbewerberheims steht, kann darüber nur noch lachen. Sollen doch die Verantwortlichen bei Regenwetter diesen Weg mal gehen, fordert der Armenier, der von Beginn verfolgt, wie eben nichts geschieht. Und Sara Ben Abdi sagt: „Ja – gerade im Winter ist es mit Kinderwagen besonders beschwerlich.“

Lothar Pfeil nickt. Er ist Sprecher des Integrationsbeirates und sieht noch ein ganz anderes Problem: Die Sicherheit für die Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule in die Weststadt fahren. „Am schlimmsten ist das an der Ampelkreuzung“, sagt Lothar Pfeil. Hinter dem Hügel seien die Kinder für Rechtsabbieger aus der Ludwigsluster Chaussee nicht zu sehen. Wenn sie dann über die grüne Ampel wollten, käme es nicht selten zu gefährlichen Situationen.

„Eigentumsfragen machen hier Schwierigkeiten“, erzählt Lothar Pfeil. Das das alles ist, warum die Bemühungen bisher ins Leere laufen, daran scheint er nicht so recht zu glauben. Günther Wrede indes bestätigt, dass es bisher genau an einem der Eigentümer scheiterte. Der habe einen Verkauf an Bedingungen geknüpft, die von der Stadt nicht erfüllt werden konnten, so der Fachbereichsleiter für Bau und Stadtentwicklung der Stadt Parchim.

Mittlerweile hat das entsprechende Grundstück jedoch den Besitzer gewechselt. Daran, dass nun Bewegung in die Angelegenheit kommt, glaubt auch Günther Wrede nicht. Und Lothar Pfeil vom Integrationsbeirat kommentiert: „Das will man einfach aussitzen.“ Dem Beirat habe man von Seiten des Landkreises auf einer gemeinsamen Beratung mitgeteilt, dass auf dem strittigen Grundstück nun ein Supermarkt geplant sei.

Aus Büro des Landrates heißt es dazu: Es gibt tatsächlich einen neuen Eigentümer, der derzeit mit dem Straßenbauamt Schwerin Gespräche führt. Das wiederum ist zuständig für den Bau des Radweges entlang der Bundesstraße in Richtung Spornitz, der auf den 400 Metern Trampelpfad auch für Fußgänger verbreitert werden soll. Termine für einen Baubeginn aber seien im Landratsamt noch nicht bekannt,so Sprecher Peter Müller.

Klaus-Jürgen Iredi aber wolle beim Straßenbauamt in Schwerin noch einmal auf die Dringlichkeit in der Sache aufmerksam machen. Für die Sara Ben Abdi und die anderen ist das nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein. Der nächste Winter kommt bestimmt.

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