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Rostock: Raelert-Brothers : Training im kalten Atlantik

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Der Aufenthalt in Rostock war für die Raelert-Brothers nur von kurzer Dauer. Kaum hier, verabschiedeten sich die beiden Triathleten erneut ins Trainingslager nach Fuerteventura.

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erstellt am 31.Jan.2011 | 10:44 Uhr

Der Aufenthalt in Rostock war für die Raelert-Brothers nur von kurzer Dauer. Kaum hier, verabschiedeten sich die beiden Triathleten erneut ins Trainingslager nach Fuerteventura. Während Andreas wenigstens knapp zehn Tage in der Schwimmhalle Neptun seine Bahnen zog, auf dem Rad oder beim Laufen die Strecken "unsicher" machte, sah sich sein vier Jahre jüngerer Bruder Michael Reisestrapazen ausgesetzt.

Fast eine Woche war er unterwegs - nach San Diego zur Verleihung des Endurance Live Awards (NNN berichteten) und zurück - hinzu kam die Zeitumstellung. Kein Wunder, dass der 30-Jährige sich in der Neptun-Halle erst einmal locker schwimmen musste. "Auch ohne Wettkampf war San Diego ein einmaliges Erlebnis. Ich konnte einige meiner Idole und Legenden treffen", schwärmt der 70.3-Weltmeister.

Andreas: "So eine gute Partie bin ich nicht"

Das ausgefallene Training muss er nun in Las Playitas auf "Fuerte" nachholen. "Eigentlich sind dort mit die besten Bedingungen", sagt Coach Andreas. Die Straßen sind fast leer. Da kann richtig Speed gemacht werden. "Zudem gibt es genügend anspruchsvolle Laufstrecken", meint der Zweite der Ironman-WM 2010. Lediglich eine Einschränkung hat er parat: "Schwimmen werden wir wohl nur im Neoprenanzug, da die Anlage noch nicht voll funktionstüchtig ist. Ein paar Einheiten werden dann wohl in den Atlantik verlegt."

Richtung Hamburg sind die Raelert-Brothers übrigens mit der neuesten Investition von Andreas gefahren. Der Europameister des Vorjahres hat sich ein Auto zugelegt. Augenzwinkernd sagt er: "Der hat eine stolze Summe Geld gekostet - kein vierstelliger Betrag. Baujahr 1991 reicht für mich, da ich ohnehin meist nicht in Rostock bin." In Sachen Umweltplakette war das "Anschleichen" zum Flughafen Fuhlsbüttel von hinten gefragt, mussten die Dienste der in Drage lebenden Eltern in Anspruch genommen werden.

Die Raelerts sind Triathlon-Profis, müssen sehr wohl Aufwand und Nutzen kalkulieren. Andreas lässt einblicken: "So eine gute Partie bin ich nicht. Vorsorge kann ich kaum betreiben. Die 50 000 US-Dollar für Platz zwei auf Hawaii hören sich gut an. Automatisch gehen davon schon 30 Prozent an den Staat. Bleiben umgerechnet in Euro gute 25 000. Allein die Vorbereitung von Anfang September in den USA bis zur WM machte einen ,Zehntausender aus. Da rechne ich die Folgekosten in Sachen Clearwater für Michaels Camp nicht ein."

Saisonstart für Anfang Mai geplant

Nur verständlich, dass beide Athleten auch als Triathlon-Betriebswirtschaftler gefragt sind. Die sonst gängige Praxis - ein Fotoshooting hier, das andere da - ist nicht mehr "in". Durch Sponsor Erdinger Alkoholfrei werden Aufnahmen während des Camps auf Fuerteventura gemacht. Ein Fortschritt. Denn auf dem Weg nach Hawaii 2011 zählt für Andreas und Michael Raelert jede Stunde. Trainingsausfälle können sie sich kaum leisten, soll der Traum des ersten Bruderpaares auf dem Podest in Kaiula-Kona Realität werden. Eine Vision, die sicher auch ihre Unterstützer haben. "Den Aufenthalt auf der kanarischen Insel werden wir nutzen, um endgültig in Sachen Wettkämpfe und weitere Trainingslager Nägel mit Köpfen zu machen", kündigte Andreas Raelert an. Das Grobkonzept des Duos steht. Die eine oder andere Sache muss noch abgewogen werden. "Fest ist bei mir, dass ich Anfang Mai den Saisonstart vollziehen werde. Für mehr lehne ich mich noch nicht aus dem Fenster", so der Denker und Lenker der Raelert-Brothers.

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