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Mildenitzer Danzlüd halten jahrhundertealte Bauerntänze lebendig : Traditionspflege auf dem Tanzparkett

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Seine blauen Augen leuchten, bei jedem Schritt lacht Ulrich Kubowicz über das ganze Gesicht. Wenn er auf der Tanzfläche steht, ist er in seinem Element. Tanzen - das ist die große Leidenschaft des Wendisch Wareners.

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erstellt am 28.Mär.2011 | 06:15 Uhr

Wendisch Waren | Seine blauen Augen leuchten, bei jedem Schritt lacht Ulrich Kubowicz über das ganze Gesicht. Wenn er auf der Tanzfläche steht, ist er in seinem Element. Tanzen - das ist die große Leidenschaft des Wendisch Wareners. Mit seiner Gruppe, den Mildenitzer Danzlüd, will er jahrhundertealte Bauerntänze aus Norddeutschland lebendig halten. Und auch den Tänzern selbst kommt Tanzen sehr zugute. Es fördere und fordere die Gesundheit und einen klaren Geist, sagt Ulrich Kubowicz. Wenn er davon spricht, wieviel ihm das Tanzen bedeutet, dann steigen ihm Tränen der Rührung in die Augen. "Er lebt eben dafür", sagt seine Frau Thea.

Schon sein ganzes Leben lang hat sich Ulrich Kobowicz dem Tanz verschrieben. "Überall, wo ich in meinem Leben gearbeitet habe, habe ich auch eine Tanzgruppe gegründet", sagt er. Als er 1994 mit seiner Frau nach Wendisch Waren zog, suchten die beiden ein gemeinsames Hobby und gründeten die Mildenitzer Danzlüd. 21 aktive Tänzer zählt die Gruppe heute. Zudem gehören noch drei Ehren- und drei passive Mitglieder dazu. Von der ursprünglichen Besetzung sind immerhin noch drei Tänzer dabei.

Das Repertoire der Gruppe ist breit gefächert: Von Schwedenquadrille bis Rosentor - 58 Tänze, vor allem aus Mecklenburg und Pommern, haben die Danzlüd bereits einstudiert, aus denen Ulrich Kubowicz wechselnde Programme zusammenstellt. Damit die beim großen Auftritt auch richtig sitzen, wird wöchentlich in Goldberg oder Malchow trainiert. Dabei ist vor allem Köpfchen gefragt, denn es gilt, sich die verschiedensten Tanzschritte zu merken. 40 unterschiedliche Schrittarten gibt es im Volkstanz. "Und das sind nicht einfach nur Schritte wie beim Gehen. Das sind ganze Schrittfolgen", sagt Ulrich Kubowicz. Die zu behalten und beim Auftritt auf der großen Bühne abzurufen, fällt nicht immer leicht. "Jedem passiert mal ein kleiner Fehler. Aber es darf nicht im Chaos enden. Es muss fröhlich weitergehen. Man kann nicht einfach von der Bühne rennen", sagt Kubowicz. Das sei es schließlich worum es gehe: dem Publikum die Freude am Tanzen zu vermitteln. Dafür setzt die Gruppe auf das besondere Extra. "Ich versuche immer wieder, Unikate in das Programm einzubringen, die keine andere Gruppe so tanzt", sagt Kubowicz. Etwas ganz besonderes sind auch die Trachten, in denen die Gruppe vor ihr Publikum tritt. "Es ist die Schweriner Festtagstracht", sagt Ulrich Kubowicz und streicht über die mit Fantasieblumen bestickten Schürzen und Tücher.

Damit Tanz und Trachten eine Zukunft haben, suchen die Mildenitzer Danzlüd nach jungen Nachwuchs-Tänzer. Derzeit sind die Mitglieder alle älter als 50, der älteste Aktive gar 82 Jahre alt. Die Jugend für das traditionelle Hobby zu begeistern, sei nicht einfach, sagt Ulrich Kubowicz. Dennoch will er es versuchen - seiner großen Leidenschaft zuliebe. "Es kann keiner Behaupten, dass Volkstanz tot ist", sagt er entschlossen.

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