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Rostock: Politik beschließt Marineum soll in Schmarl entstehen : Tradi bleibt im Iga-Park

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Ein Maritimes Museum mit großer Strahlkraft kann nach Ansicht von Dr. Ulrich Seidel, Vorsitzender der Rostocker FDP-Fraktion, nur im Iga-Park entstehen.

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erstellt am 01.Jul.2011 | 10:58 Uhr

Ein Maritimes Museum mit großer Strahlkraft kann nach Ansicht von Dr. Ulrich Seidel, Vorsitzender der Rostocker FDP-Fraktion, nur im Iga-Park entstehen. Und das ist offenbar auch die Meinung der Mehrheit der Bürgerschaftsmitglieder. Denn sie stimmten auf ihrer Sitzung am Mittwoch einem FDP-Antrag zu, der genau dies beinhaltet: die Entwicklung eines Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums im Landschaftspark im Stadtteil Schmarl.

Entscheidung gegen Empfehlung der Stadt

Dabei hatte ein von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten eine ganz andere Lösung empfohlen: Hier hatten sich die Experten für eine Verholung des Traditionsschiffes und den Bau eines so genannten Marineums im Stadthafen ausgesprochen. Diese Empfehlung floss auch in das Museumskonzept ein, das am Mittwoch ebenfalls das positive Votum der Bürgerschaft erhielt. Auf dieser Grundlage hatte die Stadtverwaltung eine Beschlussvorlage in die Bürgerschaft eingebracht, die eigentlich Klarheit in der Standortfrage schaffen sollte. Sie forderte: Das Traditionsschiff und das Marineum kommen in den Christinenhafen an der Haedgehalbinsel.

Die Kommunalpolitiker ließen sich von der vorgelegten Potenzialanalyse jedoch nicht beeindrucken - und sprachen sich für den laut Experten schwierigeren Standort in Schmarl aus. "Das Gutachten hat gezeigt, dass weniger der Standort entscheidend ist, als vielmehr das Marketing", sagt Seidel. Es sei wichtig, sich zunächst darüber klar zu werden, was das zukünftige Museum beinhalten, welche Ausmaße es haben soll. Ein Konzept müsse her. Generell, so Seidel, biete der Iga-Park die besseren Voraussetzungen zur Ausgestaltung des Marineums.

"Der Beschluss ist eine klare Richtungsentscheidung für den Standort Schmarl", sagt Johann-Georg Jaeger, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, die dem Antrag zustimmte. "Würden wir das Schiff in den Stadthafen verholen, ginge dadurch das Geld verloren, das wir für die Verbesserung der Ausstellung brauchen", so Jaeger.

Investitionen wären im Stadthafen größer

Bereits aus der Potenzialanalyse ging hervor, dass im Iga-Park weniger Investitionen nötig würden. Hier sind im Prinzip alle baulichen Voraussetzungen bereits gegeben.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Albrecht spricht das Kosten-Nutzen-Verhältnis an: "Das ist nicht zu vertreten. Im Stadthafen sind schließlich nur einige Besucher mehr zu erwarten." Das will er durch ein besseres Marketing wettmachen.

Bei der Abstimmung über den Tradi-Standort hat sich die CDU-Fraktion enthalten. Deren Vorsitzender Prof. Dieter Neßelmann erklärt: "Bevor die wesentlichen Fragen zum Maritimen Museum nicht geklärt sind, kann es von unserer Seite keine Entscheidung geben." Dazu gehöre unter anderem ein Konzept sowohl für das Marineum als auch für den Iga-Park - mit oder ohne Museum. Die Erstellung eines solchen Konzeptes für das Maritime Museum ist nun, als Teil des Beschlusses, der nächste Schritt.

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