zur Navigation springen

Schwerin : Tourismusbranche kämpft sich zurück

vom

Mit einem leichten Anstieg der Besucherzahlen um 2,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 kann nach vorläufigen Zahlen die Tourismusbranche das Jahr 2010 abschließen.

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2011 | 11:17 Uhr

"Das ist nicht sehr viel, aber immerhin ein Plus", sagt Martina Müller, Geschäftsführerin der Stadtmarketing-Gesellschaft. Der Vergleich mit 2008 wird von der Branche gezogen, um realistische Anhaltspunkte zu bekommen. Das Buga-Jahr 2009 hatte natürlich weitaus mehr Gäste in die Stadt gelockt.

Trotz langen Winters und Fußballweltmeisterschaft seien die Besucherzahlen erfreulicherweise nicht so stark zurückgegangen wie befürchtet, sagt Müller. Vor allem der "Schweriner Gartensommer", der erstmals Veranstaltungen unter der neuen Dachmarke gebündelt hatte, habe dazu beigetragen. 45 000 Besucher kamen zu den einzelnen Veranstaltungen. Darüber hinaus hätten auch die Aktivitäten zur 850-Jahrfeier Schwerins zusätzlich Gäste in die Stadt gebracht. Allein zum Festumzug wurden 200 000 Gäste gezählt.

Auch habe die private Werbung der Buga-Besucher geholfen, berichtet die Stadtmarketing-Chefin. Zwei von drei Teilnehmern der täglichen Stadtführung ihres Unternehmens seien so auf Schwerin aufmerksam gemacht worden. Und dass jetzt erstmals das Schweriner Schloss beim Sehenswürdigkeiten-Ranking des Deutschen Tourismusverbandes bundesweit unter die Top 15 gewählt wurde und damit mit der Dresdner Frauenkirche und dem Kölner Dom in einer Liga steht, wertet Martina Müller auch als Erfolg ihres Marketings. "Da haben wir doch vieles richtig gemacht." Deshalb werde sie auch weiterhin auf das Schloss setzen, wenn es um Werbung für Schwerin geht - auf Bildern, Flyern und Broschüren. "Der Wiedererkennungswert unseres Wahrzeichens ist viel wert", sagt Müller.

30 Prozent weniger Gäste als im Buga-Jahr

Insgesamt kamen in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres

144 152 Gäste aus dem In- und Ausland nach Schwerin. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 30 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als die Bundesgartenschau scharenweise Besucher in die Landeshauptstadt zog.

Von diesen 144 152 Gästen kamen 131 838 aus Deutschland und 12 314 aus dem Ausland. Das waren bei den Deutschen 32,8 Prozent weniger, aber bei den Ausländern 24,6 Prozent mehr.

Insgesamt blieben die Touristen hier im Schnitt 1,9 Tage, so dass 270 447 Übernachtungen gebucht wurden. Das entspricht einem Rückgang um 27,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die deutschen Gäste buchten 247 995 Übernachtungen. Die ausländischen Gäste buchten 22 452 Übernachtungen.

Ins Land insgesamt kamen von Januar bis September 5,5 Millionen Touristen. Das waren 4,7 Prozent weniger als von Januar bis September 2009. Sie blieben im Schnitt 4,3 Tage, so dass sie 23,49 Millionen Übernachtungen buchten - drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang betraf ausschließlich die deutschen Gäste. Hier gingen die Ankünfte sogar um 5,1 Prozent zurück, während bei den ausländischen Gästen 5,7 Prozent mehr Ankünfte registriert wurden. Die Übernachtungszahlen verringerten sich bei den Deutschen um 3,3 Prozent und stiegen bei den Ausländern um 5,8 Prozent. In diesen Bericht fließen Hotels, Pensionen und Gasthöfe mit mehr als neun Betten sowie Campingplätze ein.

Die größten Einbußen musste naturgemäß die Landeshauptstadt Schwerin hinnehmen. Hierher waren von Januar bis September 2009 über 40 Prozent mehr Gäste wegen der Bundesgartenschau gekommen. Nun sanken die Ankünfte um 30 Prozent und die Übernachtungen um 28 Prozent. Im zweistelligen Bereich bewegten sich auch die Verluste in den Kreisen Ludwigslust (minus 16 Prozent Ankünfte und minus 17,4 Prozent Übernachtungen), Nordwestmecklenburg (minus 11,4 und 3,5 Prozent) und Parchim (minus 15,4 und 8,3 Prozent).

Aus Schweden kamen die meisten Besucher

Von den etwa 257 500 ausländischen Gästen, die nach Mecklenburg-Vorpommern kamen, stammten die meisten, nämlich knapp 46 000, aus Schweden, womit sie den Niederländern den Rang abliefen. Von dort kamen nur 42 300. Die Schweizer und die Dänen waren mit 36 700 und 35 800 auch sehr gut vertreten.

Im Oktober übrigens sah das Ganze schon wieder etwas besser aus. 5,2 Prozent mehr Gäste als im Oktober 2009 kamen ins Land und buchten 1,1 Prozent mehr Übernachtungen. Damit waren nach den bisherigen Auswertungen der Juli (6,0 Prozent mehr Ankünfte und Übernachtungen) und der Oktober die stärksten Monate des Jahres 2010.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen