Totalverweigerer bleibt im Arrest

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16. Mai 2008, 09:50 Uhr

Neubrandenburg - Im Fall des im Hungerstreik befindlichen Totalverweigerers Matthias Schirmer ist keine Lösung in Sicht. Die Bundeswehr bekräftigte gestern gegenüber unserer Redaktion, dass der 21-jährige Soldat des Logistikbataillons 141 in Viereck bei Pasewalk seine Arreststrafe von 21 Tagen bis zum 29. Mai absitzen muss. „Dann wird geprüft, wie weiter mit dem Soldaten Schirmer zu verfahren ist“, sagte gestern ein Offizier der Heeresführung in Koblenz. Der Landesvorstand der Linken in Mecklenburg-Vorpommern forderte dagegen gestern die sofortige Entlassung Schirmers aus dem Wehrdienst und übte heftige Kritik an der Bundeswehr. „Obwohl den Vorgesetzten inzwischen klar sein müsste, dass Schirmer seine Haltung nicht zu ändern gewillt ist, verlängern und verschärfen sie den Arrest“, hieß es in einer Pressemitteilung des Parteivorstandes.

Der Totalverweigerer aus Friedrichshafen am Bodensee befindet sich seit vergangenem Donnerstag im Hungerstreik, nachdem er vom Bataillonskommandeur zum zweiten Mal zu 21 Tagen Disziplinararrest verdonnert worden war. Schirmer lehnt alle Befehle ab, führt dafür Gewissensgründe an und bezeichnet die Wehrpflicht als „nicht vereinbar mit Demokratie und Freiheit sowie den Menschenrechten“. Er verweigert deshalb sowohl den Dienst an der Waffe als auch den Ersatzdienst. Nachdem er am 1. April der Einberufung nicht gefolgt war, hatten Feldjäger ihn am 5. April abgeholt.

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