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12. Pflügerwettbewerb Westmecklenburg : Torsten Schönsee verteidigt Sieg

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Torsten Schönsee schafft die Sensation und gewinnt zum zweiten Mal in Folge nicht nur in seiner Kategorie den ersten Preis, sondern holt in Flessenow auch den Gesamtsieg, wie schon 2012.

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erstellt am 15.Apr.2013 | 10:41 Uhr

Um kurz nach zwei Uhr am Nachmittag steht es fest: Der neue Gesamtsieger beim 12. Pflügerwettbewerb Westmecklenburg ist der alte: Torsten Schönsee von der Karbower Agrargenossenschaft siegt zum zweiten Mal in Folge. "Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet, dass es genauso wieder klappt wie im vergangenen Jahr", sagt Torsten Schönsee nach seinem erneuten Sieg. Einen Tag später kann er es immer noch nicht glauben: "Es ist kaum zu fassen, dass ich es wieder geschafft habe, wo es doch wirklich knapp war."

Torsten Schönsee hat das Pflügen im Blut, schon sein Vater hat ihm die Technik beigebracht. Nichts anderes will der 41-Jährige machen. Sitzt Tag für Tag auf seinem John Deere für die Karbower Agrargenossenschaft. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und meinen Beruf zum Hobby", erklärt Torsten Schönsee vor dem 12. Pflügerwettbewerb in Flessenow. Die Nacht vor dem Wettkampf bekommt er wie immer kein Auge zu. Bereits zum 9. Mal geht Torsten Schönsee an den Start, zählt damit bereits zu den alten Hasen unter den Pflügern. Doch eines gilt es diesmal zu schaffen: Den Sieg vom Vorjahr zu verteidigen. Der 41-Jährige ist ehrgeizig, will auch dieses Jahr den Gesamtsieg holen, doch das wird nicht leicht, liegt er doch zwischen zwei sehr starken Pflügern, darunter sein stärkster Konkurrent von vor zwei Jahren. "Wir hatten beim 10. Wettbewerb Punktgleichheit. Laut Regelwerk kann der Hauptschiedsrichter dann entscheiden, wem er den Gesamtsieg gibt. Leider fiel die Entscheidung damals gegen mich", erinnert Torsten Schönsee an den 10. Pflügerwettbewerb in Grambow. Doch das spornt den Landwirt an - und gewinnt. Vor zwei Jahren noch holte sich Sven Thanheise vom Körchower Ackerbau den Gesamtsieg, dieses Mal muss er sich unter den Beetpflügern mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Mit seinem John Deere fährt Torsten Schönsee am Wettbewerbstag gegen vier Uhr Früh los, um möglichst schnell den 80 Kilometer entfernten Ort Flessenow zu erreichen. Vorbereitung, Konzentration und die richtige Technik bringen dem Karbower dann letztendlich den Sieg. Schief gepflügt kommt für Torsten Schönsee überhaupt nicht in Frage. "Alles muss immer gerade sein. Meine Frau merkt es mir an, wenn ich gegen 12 Uhr zum Mittagessen erscheine. Sie weiß sofort, ob meine Furchen schief oder gerade gepflügt sind. Mir schmeckt nämlich dann nicht mal mehr das Essen." Dabei geht es ihm um seine ganze Ehre, schon als kleiner Steppke konnte er es nicht abwarten auf einem Trecker zu sitzen und zu pflügen.

Die grüne Fahne flattert hoch oben am Himmel. Das ist das Startsignal für Torsten Schönsee. Jetzt geht es los. Jetzt hofft er auf den Sieg. Denn einen Clou hat er aus seinem Hut gezaubert. Den siebten Schar hat er vom Pflug abmontiert, damit das Stützrad nicht auf der losen Erde läuft. "Das mache ich, damit mir keine Erde in die Spaltfurche fällt, denn dann gibt es Punktabzug", erklärt Torsten Schönsee die Technik. Auch die Furchentiefe ist vorgegeben - genau 24 Zentimeter Furchentiefe bringt den Sieg. Darum geht es beim Wettbewerb. Mit seinem John Deere und dem zirka eine Tonne schweren Pflug knattert Torsten Schönsee los. Die Spaltfurche wird perfekt. "So gut ist mir die Spaltfurche noch nie gelungen", sagt der Karbower und lächelt. "Es hat sich also gelohnt, dass ich da etwas verändert habe." Denn das sorgt auch bei den Preisrichtern für extra Punkte.

Stück für Stück bohren sich die Schare in den Boden. Torsten Schönsee lenkt gewissenhaft seinen Trecker, schaut sich immer wieder um, ob die Furchen auch gerade sind. Nichts wäre schlimmer für den 41-Jährigen. Sieht aber gut aus. Auch die Zuschauer an diesem Tag sind sich einig: "Besser geht das hier nicht. Schönsee versteht sein Handwerk", lautet das einstimmige Urteil der anwesenden Gäste. Gegen 12 Uhr wird dann die rote Flagge gehisst - der Wettbewerb ist beendet. Jetzt müssen die Pflüger warten, bis die Preisrichter ihre Meinung getroffen haben. Mit 91,5 Punkten von möglichen 100 holt Torsten Schönsee abermals den Gesamtsieg. Insgesamt sind beim 12. Pflügerwettbewerb zwölf Pflüger an den Start gegangen. Darunter auch Andre Paarmann, Auszubildender bei der Agrar GmbH Diestelow. Unter den Auszubildenden sichert er sich den Sieg, und verweist Matthias Kupper von der LEAG Friedrichsruhe auf den dritten Platz.

Genug vom Wettkampf hat Torsten Schönsee auch nach diesem Sieg nicht. "Aufhören kann ich nicht. Mein nächstes Ziel ist mal bei den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen." Doch bis dahin wird der Karbower noch viele tausend Male auf seinem John Deere sitzen und mit seinem Pflug perfekte Furchen ziehen. Schon einen Tag nach seinem Sieg sitzt er wieder auf seinem Trecker und tüftelt bestimmt schon am nächsten Clou für den Pflügerwettbewerb 2014.

Einzige Frau im Feld gewinnt beim Drehpflügen
Mit schwerer Technik kann sie umgehen – das hat Denise Piehl vom Landwirtschaftsbetrieb Klaus Piehl Alt Schlagsdorf beim 12. Pflügerwettbewerb Westmecklenburg in Flessenow bewiesen. Als einzige Frau am Start verwies sie am Wochenende ihre männlichen Kontrahenten in ihrer Kategorie des Drehpflügens auf die hinteren Plätze und holte damit den ersten Platz – insgesamt 82,5 von 100 möglichen Punkte holte sie.

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