Dr. Peter Drews aus Techentin : Tod nahm ihm die Feder aus der Hand

Nach schwerer Krankheit verstarb Dr. Peter Drews aus Techentin. Als niederdeutscher Rezitator war er in vielen Orten zu erleben, etwa in Schwerin oder Stavenhagen und immer wieder im Gillhoff-Dorf Glaisin.

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30. November 2010, 11:57 Uhr

Auf dem Gillhoff-Tag 2010 in Glaisin erlebte sein erstes Buch Premiere. Bis dahin hatte Dr. Peter Drews seine plattdeutsche Kurzprosa in Anthologien und Periodika, etwa im "Voß un Haas"-Kalender oder im Gillhoff-Jahrbuch, veröffentlicht. Der Band "Ut mien Läben as Landdokter" wurde innerhalb kurzer Zeit solch ein Erfolg, dass sich der Autor kaum der vielen Einladungen zu Lesungen erwehren konnte. Er dachte auch sogleich über ein Fortsetzungsbuch nach und machte sich an die Arbeit. Der plötzliche Tod hat ihm nun die Feder aus der Hand und das kluge Wort aus dem Mund genommen.

Geboren wurde Peter Drews am 31. Oktober 1939 in Dömitz, besuchte dort ab 1946 die Grundschule, seit 1955 die Mittelschule in Lenzen, seit 1956 die in Eldena und bestand 1958 an der Erweiterten Oberschule in Neustadt-Glewe das Abitur. 1958 als Kanonier zum Militärdienst in Stern Buchholz bei Schwerin einberufen, entschied er sich ein Jahr später zum Studium der Militärmedizin an der Universität Greifswald und machte 1965 sein Staatsexamen als Militärarzt. Gleichzeitig nahm er eine Facharztweiterbildung in den Kreisen Güstrow und Hagenow auf, promovierte 1969 zum Dr. med. und wurde als Facharzt für Allgemeinmedizin Leiter einer staatlichen Arztpraxis für Allgemeinmedizin in Dömitz. Bis 1977 blieb Peter Drews in seiner Vaterstadt, dann wurde er zum Kreisarzt in Ludwigslust und 1981 zum Stellvertreter des Bezirksarztes in Schwerin berufen. 1988 folgte er einem Ruf zum Leiter der Hauptinspektion im Ministerium für Gesundheitswesen in Berlin. Bis 1990 versah Peter Drews diese Aufgabe und ließ sich 1991 als Arzt in Berlin-Hohenschönhausen nieder. Mit Erreichung der Altersgrenze kehrte er in seine geliebte Heimat Mecklenburg zurück und lebte seit 2003 in Techentin bei Ludwigslust. Peter Drews, de ganz nen Plattdütschen wier, engagierte sich seitdem aktiv in der "Fritz Reuter"- und der" Johannes Gillhoff"-Gesellschaft und war Mitglied bei den Doemser Plattsnacker un Frünnn. Als niederdeutscher Rezitator war er in vielen Orten zu erleben, etwa in Lüneburg, Neubrandenburg, Schwerin, Stavenhagen und immer wieder im Gillhoff-Dorf Glaisin, schreibt der Polzer Hartmut Brun für den Vorstand der "Johannes Gillhoff"-Gesellschaft in seinem Nachruf.

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