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79-jähriger Havelländer stirbt trotz Reanimierung : Tod nach Bad im Wilsnacker Salzsee

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Ein 79-Jähriger hatte im neuen Salzsee der Therme gebadet, als er plötzlich im Wasser wild gestikuliert habe, so dass sich zunächst Badegäste in seiner Nähe belästigt gefühlt hätten. Schnell wurde klar: er braucht Hilfe.

Bad Wilsnack | Heute rechnet die Prignitzer Polizei mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft, ob der 79-jährige Badegast der Bad Wilsnacker Kristalltherme, der am Dienstag verstorben ist, obduziert wird oder nicht. Der Mann aus dem Landkreis Havelland hatte gegen 9 Uhr im neuen Salzsee der Therme gebadet, als er plötzlich im Wasser wild gestikuliert habe, so dass sich zunächst Badegäste in seiner Nähe belästigt gefühlt hätten. Schnell sei aber bemerkt worden, dass der Mann Hilfe benötige. Mitarbeiter der Therme hätten ihn an Land gezogen. Bademeister Peter Storch reanimierte den 79-Jährigen dann. Der sofort gerufene Rettungsdienst "hat den Mann in Reanimationsstellung ins Perleberger Kreiskrankenhaus gebracht", erklärt die leitende Notärztin Katrin Krüger. Dort verstarb der Mann dann gegen 10.40 Uhr.

"Das Team der Bad Wilsnacker Therme hat alles richtig gemacht, die Mitarbeiter verfügen über die notwendigen Kenntnisse der Ersten Hilfe und der Laien-Reanimation", betont Katrin Krüger ausdrücklich. Dennoch soll es auf Wunsch von Heinz Steinhart, Chef der Kristallbäder AG, die im Auftrag der Stadt Bad Wilsnack die Therme betreibt, voraussichtlich in der kommenden Woche ein Gespräch mit der leitenden Notärztin geben, um auszuloten, ob und wie sich das Therme-Team noch besser auf solche Situationen vorbereiten könne.

In erster Linie, so betont Oberärztin Katrin Krüger, seien die Badegäste aber für sich selbst verantwortlich. "Die Bad Wilsnacker Kristalltherme ist keine Kureinrichtung, wo der Kurarzt festlegt, welche Behandlungen der Patient verträgt und welche nicht." Aber gerade bei Herz- und Kreislauferkrankungen und der Einnahme bestimmter Medikamente könne das Baden in Thermal- und auch Salzwasser zu gesundheitlichen Belastungen führen. "Es empfiehlt sich in jedem Fall, vorher den Hausarzt zu konsultieren", erklärt Katrin Krüger. Zumal viele Badegäste in Bad Wilsnack schon älteren Jahrgangs seien und nicht wenige von ihnen auch von weiter her angereist kämen, vielleicht zuvor zu Hause nicht immer ausreichend gegessen und getrunken hätten, was aber ganz wichtig sei für den Aufenthalt in einem Thermalbad.

Ob der 79-Jährige, der am Dienstag verstarb, gesundheitliche vorbelastet war, könnte die Obduktion ergeben. Fremdeinwirkung schließt die Polizei aus. Steinhart hofft auf die Obduktion, denn "nur so gibt es Gewissheit zu den Ursachen. Menschen sterben überall, aber wir wollen alles dafür tun, um Gefahren im Bad auszuschließen", erklärte er gestern auf "Prignitzer"-Nachfrage. Deshalb sollen die Thermengäste künftig stündlich darüber aufgeklärt werden, worauf beim Bad im Salzsee zu achten ist. Festgehalten werde auf jeden Fall daran, dass im Salzsee Halskrausen zu tragen sind. Jugendliche unter 15 Jahren bekommen keinen Zutritt mehr zum Salzsee, so Steinhart.

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erstellt am 17.Jun.2011 | 12:00 Uhr

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