Tod auf dem Bahngleis

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08. Juli 2010, 09:29 Uhr

Insel Usedom | Bei einer Kollision zwischen der Usedomer Bäderbahn (UBB) und einem Pkw ist gestern Nachmittag ein Rostocker Ehepaar ums Leben gekommen. Der Zug erfasste den Pkw und schob ihn etwa 80 Meter vor sich her, teilte ein Sprecher der Polizeidirektion Anklam mit. Der Unfallort - der Bahnübergang Damerow zwischen Koserow und Zempin in der Inselmitte - ist unbeschrankt. Warnkreuze weisen auf den Übergang hin. Am Bahnübergang Damerow kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unfällen. Erst vor knapp 14 Tagen wurde dort ein Transporter von einem Zug erfasst. Verletzt wurde dabei niemand. "So etwas habe ich noch nie gesehen", sagte gestern gegenüber unserer Redaktion der Direktor des hinter dem Bahnübergang liegenden Hotels "Forsthaus Damerow", Thomas Schmid. "Das Auto klebt direkt am Triebwagen und ist vielleicht nur noch 90 Zentimeter breit". Vor Ort seien zeitweise fünf Rettungswagen gewesen, die Bundesstraße auf dem betreffenden Abschnitt zwischen Koserow und Zempin war voll gesperrt. Der Hoteldirektor forderte, dass endlich Sicherungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen - der Bahnübergang folgt so gut wie direkt nach Abbiegen von der Bundesstraße, so dass Autofahrer unmittelbar vor den Gleisen stehen.

Die beiden 74 und 75 Jahre alten Insassen des Unglückswagens starben noch im Auto. In dem Zug saßen 30 Kinder und 20 Erwachsene. Sie blieben trotz der Schnellbremsung des Zuges unverletzt. Der herannahende Zug habe noch mehrfach gehupt, um den Autofahrer zu warnen. Offenbar habe dieser das Signal nicht gehört, sagte der Polizeisprecher.

Zugverkehr ausgesetzt, Busse pendelten

UBB-Geschäftsführer Jörgen Boße erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass man seit dem Jahr 2003 im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens darum kämpfe "eine sichere Lösung hinzukriegen". Vor Ort waren immer wieder unterschiedliche Interessen aufeinandergeprallt. Zur möglichen Unfallursache wollte Boße gestern nichts sagen. Alle Fahrgäste würden durch die Polizei befragt. Boße fügte hinzu: "Wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten würden, wäre es auch sicher." Die Bahnstrecke ist laut dem Geschäftsführer auf der gesamten Insel - von Swinemünde bis Wolgast - für 80 Stundenkilometer zugelassen. Der Zugverkehr wurde zwischen Koserow und Zempin ausgesetzt, dafür pendelten Busse, so Boße.

Am Zug entstand laut Polizeidirektion ein Sachschaden von etwa 100 000 Euro, am beteiligten Pkw Honda einer von ungefähr 17 000 Euro. Die Sperrung der Bundesstraße 111 sei um 17 Uhr aufgehoben worden, so der Sprecher.

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