Titelverteidiger macht Riesenschritt

Grund zum Jubel: Julia Retzlaff  (2. v. r.) dreht nach einem erfolgreichen Block ab. Denise Hanke, Janine Völker und Maja Pachale (v. l.) freuen sich mit.  Thomas Eisenhuth
Grund zum Jubel: Julia Retzlaff (2. v. r.) dreht nach einem erfolgreichen Block ab. Denise Hanke, Janine Völker und Maja Pachale (v. l.) freuen sich mit. Thomas Eisenhuth

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11. April 2010, 07:25 Uhr

Dresden | Die Volleyballerinnen des Schweriner SC haben am Sonnabend das brisante Ostderby vor knapp 3200 Zuschauern in der ausverkauften Margon Arena beim Dresdner SC souverän mit 3:0 (19, 19, 19) gewonnen.

Als Maja Pachale kräftig zupackte und Dresdens Diagonalangreiferin Dani Mancuso im Block runterholte, war der zweite Matchball für Schwerin verwandelt und die Spielerinnen vollführten auf dem gegnerischen Parkett ein Freundentänzchen. Von einem so glatten Durchmarsch hatte wohl keine von ihnen vor diesem Spitzenspiel zu träumen gewagt. Doch mit einer konzentrierten Leistung, einer mutigen und aggressiven Spielweise gegen einen an diesem Tag schwächelnden Konkurrenten hatten sich die SSC-Damen diesen glatten Erfolg redlich verdient. Auch Trainer Tore Aleksandersen stand die Freude ins Gesicht geschrieben: "Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft", sagte der Norweger und meinte etwas schlemisch lächelnd: "Natürlich verschlechtern sich damit unsere Chancen auf die Meisterschaft keinesfalls." Gefreut haben dürften ihn auch die Worte seines Dresdner Kollegen Alexander Waibl, der versprach: "Das ist auf jeden Fall schlecht für Wiesbaden, denn so werden wir uns garantiert nicht noch einmal präsentieren." Denn am Mittwoch erwartet der DSC in eigener Halle die Hessinnen zum nächsten Spitzenderby und könnte damit zum Zünglein an der Waage im Titelkampf werden.

Nur in der Anfangsphase der Partie konnte sich der deutsche Pokalsieger und Challenge-Cup-Gewinner mit drei Punkten (7:4) absetzen. Danach übernahm Schwerin das Zepter. Es zeigte sich, dass der SSC glänzend auf den DSC eingestellt war. Denn die beiden stärksten "Waffen" der Dresdnerinnen - Saskia Hippe auf Diagonal und Tesha Harry auf der Mitte - bissen sich am konsequent zupackenden SSC-Block die Zähne aus. Dazu schlugen die Schwerinerinnen druckvoll auf, nahmen solide an und auch im Angriff setzten die Gäste die Akzente, allen voran eine blendend aufgelegte Spielführerin Julia Retzlaff, die mit 16 Punkten auch beste Scorerin war.

Egal, wen DSC-Trainer Alexander Waibl an diesem Tag auch aufs Feld beorderte - seine Mannschaft fand kein Mittel gegen den geschlossen agierenden Titelverteidiger. Während die Dresdnerinnen in ihrem mittlerweile 37. Saisonspiel geistig nicht frisch wirkten, agierte der SSC bis in die Haarspitzen motiviert, spritzig und hatte in allen Situationen die passende Antwort parat. "Wir wussten, dass in dieser Partie Aufschlag-Annahme entscheidend sein werden. Das hat die Mannschaft hervorragend gelöst", lobte Aleksandersen. Dagegen musste Waibl bekennen: "Wir haben es nicht geschafft, im Aufschlag Druck auszuüben, unsere Annahme wackelte und damit hatten wir keine Möglichkeit, unser Angriffsspiel gegen eine Mannschaft aufzuziehen, die sich so gut in Block- und Feldabwehr präsentiert." Allerdings wollte es der DSC-Coach seinen Damen auch nicht verübeln: "Die Mädels waren ein wenig müde. Das ist nach unserem Mammutprogramm auch menschlich." Dennoch wollen die Sächsinnen bis Mittwoch den Schalter wieder umlegen. Dem SSC kann das nur recht sein.

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