Tischtuch zerschnitten: Gemeindevertretung Wittendörp hat mit 7:2-Stimmen Ende des Eigenbetriebes Abwasser besiegelt

Gemeindevertretersitzung im Luckwitzer Saal. Foto: Pohle
Gemeindevertretersitzung im Luckwitzer Saal. Foto: Pohle

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29. August 2008, 07:02 Uhr

Luckwitz - Es war eine denkwürdige Sitzung im etwas vernachlässigten Luckwitzer Gemeindesaal, in der unter den gut 50 Gästen, die Verteidiger des Eigenbetriebes Abwasser die klare und auch nicht zu überhörende Mehrheit hatten. Im Kern ging es am Abend um zwei Beschlüsse, um die Konkretisierung der bereits am 12. Juni beschlossenen Auflösung des Eigenbetriebes und um den Grundsatzbeschluss zum Beitritt Wittendörps zum Abwasserzweckverband Sude-Schaale.

Die Abstimmung war jeweils mit 7-Ja-Stimmen sowie den Nein-Stimmen von Maren Petersen und Bernd Ankele eine klare Sache. Die den ganzen Abend andauernden Diskussionen waren es nicht. Vor allem die Gegner der Auflösung zeigten sich gut vorbereitet und brachten den amtierenden Bürgermeister Hans-Heinrich Krüger in Bedrängnis.

Vor allem Gemeindevertreterin Maren Petersen wurde nicht müde, die Auflösung kritisieren. Ohne Not werde so ein Stück Eigenständigkeit aufgegeben. Nicht zu Unrecht wies Frau Petersen beim Beitritt zum Sude-Schaale-Verband daraufhin, dass man die finanziellen Auswirkungen für die Gemeinde noch gar nicht kenne, so also die Katze im Sack kaufe.

Der Abend hatte viele Themen, ein Kernpunkt war die bereits am 12. Juni beschlossene Auflösung, die nun noch einmal präzisiert wurde. In der Folge des ersten Beschlusses hatte es einiges Chaos gegeben, weil eine Zeit lang nicht klar war, wer die laufenden Geschäfte, zum Beispiel bei der Abfuhr für die schon bestehenden Kleinkläranlagen erledigen soll. Das ist inzwischen geklärt, der bisherige Betriebsleiter Bernd Ankele führt die Geschäfte weiter.

Der Abend stand für den Beobachter aber auch ganz klar im Zeichen der bevorstehenden Bürgermeisterwahl. Und so stand neben den Kandidaten Krüger und Ankele auch der dritte Bewerber, Jürgen Nadzeika, im Mittelpunkt der Diskussion.

Am Ende gab es die klaren Beschlüsse und deutlichen Proteste im Saal. Das Thema Abwasser wird somit die Bürgermeisterwahl und wohl auch die kommenden Kommunalwahlen mitbestimmen. Denn die vielen Ortsteile Wittendörps bleiben bei dem Thema tief zerstritten.

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