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Tierheilpraktikerin Nadine Janke im Landkreis Ludwigslust : Tierisch natürlich

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Die Tierliebe der Mecklenburgerin Nadine Janke ist kaum zu übersehen. Und so erstaunt es auch nicht, dass sie seit Oktober die erste mobile Tierheilpraktikerin im Landkreis Ludwigslust ist.

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erstellt am 14.Mär.2011 | 11:04 Uhr

Auf der Koppel vor dem Lüblower Bahnhof grasen zwei Pferde. Es sind Winz und Alyah, die Wallache von Nadine Janke. Im Haus neben der Weide wohnt die 28-Jährige mit ihrem Mann und ihrem Sohn. Der Backsteinbau direkt an den Gleisen ist leicht verfallen, von der Haustür blättert die Farbe. Drinnen sitzt Nadine Janke auf einem Sofa. Neben ihr auf einer Zebradecke schlummern zwei Katzen. Im Hintergrund flimmert der Fernseher. In einem Terrarium bewegt ein Leguan träge seinen Kopf. In einem anderen Glasgehege züngeln zwei kleine Python-Schlangen. Die Tierliebe der Mecklenburgerin ist kaum zu übersehen. Und so erstaunt es auch nicht, dass sie seit Oktober die erste und einzige mobile Tierheilpraktikerin im Landkreis Ludwigslust ist.

Tierlieb, das war Janke schon als kleines Mädchen, als sie noch in Schwerin wohnte. Doch Tiere zu halten, das erlaubten ihr ihre Eltern damals nicht. Irgendwann jedoch mussten auch sie der Leidenschaft ihrer Tochter nachgeben. Vorerst reichte es zwar nur für ein Meerschweinchen. Doch Janke wusste schon damals, dass es nicht bei dem kleinen Nager bleiben würde. Im Laufe der Jahre kamen Tiere hinzu: Hunde, Katzen, durch ihren Mann die Reptilien.

Vom Kochhandwerk zur Heilkunst

Als die Tiernärrin ihre Ausbildung zur Köchin wegen zahlreicher Allergien abbrechen musste, orientierte sie sich neu. Schnell stand fest für sie fest, die Tierliebe zum Beruf zu machen. An der Wuppertaler Schule für freie Gesundheitsberufe belegte sie drei Jahre lang einen Fernkurs zur Tierheilbehandlerin, besuchte Unterrichtseinheiten in Kiel.

Doch obwohl sie eine Marktlücke in der Region entdeckt hat, ist es nicht ganz einfach, Fuß zu fassen. "Viele Tierhalter sind vorsichtig, wissen nichts mit der Tierheilpraktik anzufangen", beschreibt Janke die Vorbehalte ihrer potenziellen Kunden. In Schleswig-Holstein habe sie bei ihren Kursen andere Erfahrungen gemacht. Dort sei die alternative Tiermedizin bereits deutlich etablierter. Deshalb bleibt ihr neuer Beruf erst einmal nur eine Nebentätigkeit. Mit Flyern und Autowerbung möchte sie ihren Kundenstamm aber in den kommenden Monaten ausbauen. Auch Mundpropaganda sei wichtig. "Tierhalter tauschen sich oft aus - und das ist dann meist die beste Werbung überhaupt", sagt sie.

Kunden schätzen Mobilität der Heilpraktikerin

Eine, die gerne über Nadine Jankes Heilerfolge spricht, ist Gabi Szymanzig aus Wöbbelin. "Die Magenprobleme unserer Katzen hat sie mit pflanzlicher Medizin schnell in den Griff bekommen", sagt die 31-Jährige. Sie schätzt vor allem, dass die Tierheilbehandlerin zu ihren tierischen Patienten fährt. Auch das ist Teil der Geschäftsidee. "Für die Tiere ist es Stress, durch die Gegend gefahren zu werden", sagt Janke, während am Wohnzimmerfenster ein weiß-roter Zug vorbeifährt.

Es sei in der natürlichen Umgebung der Tiere leichter, eine Diagnose zu stellen. Und einen weiteren Vorteil hat die Mobilität für Janke ebenfalls: Die Fixkosten, die mit einer Praxis verbunden wären, fallen weg.

Die Behandlungsmethoden sind rein natürlich. Janke verabreicht homöopathische und pflanzliche Medizin, setzt auch Schlangengifte ein. Ihre Patienten sind größtenteils Hunde und Katzen, die Symptome meist Entzündungen, Verletzungen und Magenprobleme. Auch einen Kurs in Tierakupuktur will sie in nächster Zeit belegen. Auch als Dozentin tritt sie in Erscheinung: Ab September wird sie an der Kreisvolkshochschule einen Einführungskurs in die Tierheilkunde anbieten.

Einen Tierarzt kann und will Jenke hingegen nicht ersetzen. "Ich wünsche mir eine bessere Zusammenarbeit mit den Veterinärmedizinern in der Region", sagt sie. Sie wolle keinem Tierarzt die Arbeit wegnehmen, sondern Synergieeffekte erzielen. "Tierärzte und Tierheilpraktiker müssen Hand in Hand arbeiten", fordert sie. Und im Terrarium hinter ihr züngelt eine Schlange, als wolle sie der Naturheilexpertin zustimmen.

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