Theaterchef Piontek feuert Kinderchor-Leiter

Seit 33 Jahren leitet Herbert Schoof den Kinderchor der Rostocker Singakademie. Jetzt hat er die Entlassung auf seinem Tisch: Volkstheater-Intendant Steffen Piontek kündigt ihn. Ronald Monem wird Schoofs Nachfolger.

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26. März 2008, 08:55 Uhr

Rostock - Von Anfang an dabei und jetzt gekündigt zum 31. Juli: Herbert Schoof sagt, Steffen Piontek habe ihm eine Entscheidung abgenommen. „Die Kündigung ist keine Kritik“, erklärt Piontek, Generalintendant an Rostocks Volkstheater. Er begründet seine Entscheidung mit allgemeinen Sparzwängen und versichert: „Die Zukunft des Kinderchors ist gesichert.“

Schoofs Nachfolge tritt Ronald Monem an. Der stellvertretende Leiter des Opernchors ist fest angestellt am Volkstheater und keine Honorarkraft wie Schoof. So verursacht er laut Piontek auch keine zusätzlichen Kosten. Die Beweggründe versteht Schoof. Seine Kritik: „Keiner wurde gefragt – weder die Eltern, der Chor-Vorstand, noch die kleinen Sänger oder der Leiter.“ Die Entscheidung sei von oben bestimmt worden und das verstehe er nicht. „Es geht hier nicht nur um singende Kinder, auch um Organisation und Ferienfahrten. Wir müssen den Kindern mehr bieten als einen Chor zum Mitsingen“, sagt er.

„Ich hätte das sowieso nicht mehr lange gemacht“

Die Nachwuchssänger stecken viel Zeit in ihr Hobby: Zwei Mal pro Woche proben sie zwei Stunden lang. Eltern fahren sie zu Konzerten oft quer durch das Land. 30 Euro zahlen sie pro Jahr für jedes Kind. „Das deckt nicht alle Kosten“, sagt der 68-Jährige, der sich 33 Jahre lang für den Chor engagiert hat. Sponsoren springen oft ein. Auch dafür gehe viel Zeit drauf.

Aber jetzt konzentriert sich Schoof auf den voraussichtlich letzten Auftritt mit seinem Kinderchor: Am 18. April steht er um 19 Uhr in der Rostocker Nikolaikirche auf der Bühne – Stücke aus elf Ländern unter dem Titel „Stimmen der Völker“.

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