Teuerster Hengst kommt aus MV

Stolzer Pferdezüchter aus MV: Reinhard Mahnel
Stolzer Pferdezüchter aus MV: Reinhard Mahnel

Pferdezuchtsensation aus MV: Hobbyzüchter Reinhard Mahnel aus Bad Kleinen hat für seinen zweieinhalbjährigen Springhengst Le Camp Ask bei einer Versteigerung in Vechta die Rekordsumme von 1,1 Millionen Euro erzielt - das gab es in Deutschland noch nie.

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24. November 2008, 08:21 Uhr

Schwerin | Der Schimmelhengst aus einem Stall im mecklenburgischen Garlitz bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust) versetzt die internationale Pferdewelt in Aufregung: Seit Jahren züchtet der ehemalige Chef einer Fliesenlegerfirma in seiner Freizeit Pferde. Zwei Stuten hat er im Stall. Jetzt ist dem 61-jährigen Hobbyzüchter, der seinerzeit durch die Pferdeliebe seiner kleinen Tochter zufällig in die Zucht einstieg, ein Coup gelungen, den es bisher noch nicht gegeben hat: Nach einem Bieterduell norwegischer und dänischer Züchter hat er bei den Oldenburger Hengst-Tagen seinen ersten selbst aufgezogenen Hengst gleich zu einem Sensationspreis versteigert. "Mein erster Zuchterfolg und dann gleich so ein Erfolg", freute sich Mahnel gestern. "Das ist wie ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl."

An einen derartigen Ausnahmehengst aus einer privaten Hobbyzucht können sich Fachleute in Deutschland nicht erinnern: "Darauf warten alle Züchter einmal im Leben", erklärte Tanja Becker, Sprecherin des Verbandes Oldenburger Pferde in Vechta. Das Pferd sei, wie es bei Insidern heißt, "abnormal" und "so gigantisch", dass der, der es kann, sich das Tier einfach sichern muss. Der Schimmel sei zwar als Zuchthengst gekauft, habe aber durchaus das Potenzial für einen Weltmeistertitel oder einen Olympiasieg.

Der mecklenburgische Hengst steht seit dem Wochenende in Dänemark. Das renommierte Gestüt Blue Hors hatte den Zuschlag erhalten. Hinter der Pferdezucht steht die Familie des Legoland-Spielzeuggiganten Kjeld Kirk Kristiansen. "Der Züchter hat mit dem Verkauf dem Tier die besten Chancen eingeräumt, dass seine Anlagen auch perfekt gefördert werden können", meinte Becker. Elastisch, ausbalanciert und dabei gelassen, urteilen Experten. Der Ausnahmehengst habe "ein unglaubliches Springvermögen", erklärte Becker. Er kenne nahezu "keine Grenzen". Le Camp Ask habe einen außergewöhnlichen Charakter, erklärte Mahnel.

Jährlich verkaufen die Pferdehalter in MV schätzungsweise 1000 Nachkommen der insgesamt 3500 Zuchttiere im Land. "Die Nachfrage aus dem In- und Ausland nach mecklenburgischen Pferden steigt stetig", erklärte Uwe Witt, Zuchtleiter und Geschäftsführer des Verbandes der Pferdezüchter MV, gestern. Bei der gerade durchgeführten ersten Auktion während der Mecklenburger Körtage in Redefin seien beispielsweise 43 von 64 vorgestellten Hengsten für insgesamt eine Million Euro verkauft worden. Der teuerste Hengst kostete 95 000 Euro.

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