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Verteidigungsagentur: Schlechte Noten für Bundeswehr im Vergleich : Teuer und ineffizient

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Die Bundeswehr ist nach Daten der Europäischen Verteidigungsagentur EDA weniger einsatzfähig und deutlich teurer als andere europäische Armeen.

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2011 | 11:29 Uhr

Die Bundeswehr ist nach Daten der Europäischen Verteidigungsagentur EDA weniger einsatzfähig und deutlich teurer als andere europäische Armeen. Während Deutschland nur 7000 Soldaten gleichzeitig ins Ausland schicken könne, seien es bei den Briten 22 000 und bei den Franzosen sogar 30 000, berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf die EDA.

Auch das Verhältnis zwischen der möglichen Einsatzstärke und der Gesamtgröße der Streitkräfte ist bei der Bundeswehr danach vergleichsweise ungünstig: Auf einen Soldaten im Einsatz kommen 35 Kameraden und 15 zivile Mitarbeiter zu Hause. Bei den Franzosen sind es acht plus zwei, bei den Briten neun plus vier und EU-weit 16 plus vier.

Vergleicht man die Gesamtausgaben für die Verteidigung mit der Einsatzstärke, kommt man bei der Bundeswehr auf 5,16 Millionen Euro. Das ist laut "Wirtschaftswoche" dreimal so viel wie der EU-Durchschnitt. Trotzdem gibt Deutschland insgesamt relativ wenig für die Streitkräfte aus. Dem Magazin zufolge sind es schon vor den Sparmaßnahmen der Bundeswehrreform nur 31 Milliarden Euro oder 1,3 Prozent des Bundesinlandsproduktes (BIP), während in Frankreich die Verteidigungsquote bei 2,0 und in Großbritannien bei 2,5 Prozent liegt.

Unterdessen kündigte die Bundesregierung eine Reduzierung des deutschen Afghanistan-Kontingents zur Jahreswende um rund 500 Soldaten an. Generalinspekteur Volker Wieker sagte, dies sei der "Rahmen, an dem man sich orientieren kann". Damit würde die Bundeswehr jene Anzahl Soldaten zurückholen, die im vergangenen Jahr zusätzlich nach Afghanistan entsandt worden seien. Allerdings hänge die Reduzierung des Bundeswehrkontingents noch davon ab, was die USA aus dem Norden des Landes abzögen und wie sich die Partnerländer verhielten, mit denen die Bundeswehr im Norden Afghanistans zusammenarbeite. Zu der US-Ankündigung, bis zum Sommer 2012 rund 33 000 Soldaten vom Hindukusch abzuziehen, sagte Wieker, dies sei ein ambitioniertes Ziel.

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