Tempo-Limit und Blitzer auf Rostocks Straßen

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07. Juli 2008, 08:40 Uhr

Rostock - Rostock ist die einzige Stadt im Nordosten ohne feste Blitzer auf den wichtigen Hauptstraßen. Ein El Dorado für all jene, die gerne aufs Gaspedal treten. Doch spätestens 2009 wird sich das ändern. Für rund zwei Millionen Euro schiebt die Stadt ein Lärm- und Luftreinhalteplan an. Wichtigste Neuerung: Das Tempo auf der L 22 zwischen dem Schutower Kreuz im Westen und dem Verbindungsweg im Osten wird von 60 auf 50 Kilometer in der Stunde gesenkt. „Durch neue Ampelschaltungen verflüssigt sich der Verkehr“, kündigt Steffen Nozon aus dem Rostocker Umweltamt an. Im Klartext: Grüne Welle bei Tempo 50. Und wer nicht bremsen will, muss zahlen. Zwei feste Blitzer sowie mobile Anlagen auf der L22 sollen Verkehrssündern das Leben teurer machen. Allein die festen Installationen schlagen der Stadtkasse mit 135 000 Euro zu Buche.

Insgesamt werden in den kommenden drei Jahren zwei Millionen Euro in die Verkehrsberuhigung gesteckt. Ausgaben, um die sich die Stadt nicht drücken werden kann. Denn die Europäische Union verdonnerte Rostock dazu, Aktionspläne zur Verminderung von Lärm und Abgasen zu schreiben.

Bis zu 3000 Menschen leiden unter Straßenlärm
2006 sind an der Messstation am Strande die Höchstwerte für Feinstaub 58-mal überschritten worden. Ein Wert, den auch manches Ballungszentrum erreicht.

Neben den Abgasen ist es vor allem der Lärm, der auf Herz und Nieren vieler Rostocker schlägt. Nach Berechnungen des Umweltamtes sind zwischen 2000 und 3000 Menschen, die an der L22, der L 191 (zwischen Tessiner Straße und Mühlendamm) und der L 132 (Satower Straße bis Nobelstraße) leben, Tag und Nacht einem Lärmpegel ausgesetzt, der nachweislich krank macht. Deshalb soll künftig verstärkt Flüsterbeton zum Einsatz kommen oder zusätzliches Straßenbegleitgrün, zum Beispiel an der Hamburger Straße, den Lärm auffangen.

Umweltzonen wird es in Rostock nicht geben
„Und dennoch wird es schwierig sein, die Lärmbelastungen ganz unter Kontrolle zu bringen“, blickt Holger Matthäus aus denm Umweltamt voraus. Immerhin: Bis zu sechs Dezibel könnte der Verkehrslärm gemildert und damit die europäischen Grenzwerte von 65 Dezibel am Tag, und 55 in der Nacht an vielen Stellen unterschritten werden.

Eine Umweltzone, wie sie bereits in vielen anderen Städten eingerichtet wurde, wird es in Rostock nicht geben. Und auch der Lkw-Verkehr wird zunächst nicht, wie von vielen gefordert, aus der Innenstadt verbannt.

Die Bürgerschaft muss noch am 15. Oktober dem Maßnahmenkatalog zustimmen, bevor die Änderungen 2009 in Kraft treten.

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