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10000 Freunde elektronischer Musik kamen zum Airbeat-Festival : Techno, Tanz und Temperament

vom

Nach dem zehnten Airbeat-Festival auf dem Flugplatz Neustadt-Glewe ließe sich der Song auch in "Vier Tage wach" umtexten. Denn an viel Schlaf war in der Zeit nicht zu denken.

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2011 | 11:44 Uhr

"Drei Tage wach", so heißt ein Klassiker der deutschen Elektronik-Szene. "Auf gehts, ab gehts, drei Tage wach, nächste Party kommt bestimmt, drei Tage wach", heißt es in dem Lied von Tobias Lützenkirchen. Nach dem zehnten Airbeat-Festival auf dem Flugplatz Neustadt-Glewe ließe sich der Song auch in "Vier Tage wach" umtexten. Denn an viel Schlaf war in der Zeit zwischen Donnerstag und gestern nicht zu denken. Allein schon der ohrenbetäubenden Dauerbeschallung wegen. Stille, das scheint der natürlicher Feind der Elektroszene zu sein.

Und auch das Wetter zeigte sich als Techno-Fan: Während es am Donnerstag und Freitag noch ziemlich nieselte, schien am Sonnabend die Sonne vom wolkenlosen Himmel. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Wetter, denn wir hatten es schlimmer erwartet", so Festival-Sprecher Oliver Mohn.

Vom Regionalfestival zum Dauerbrenner

Der Stimmung konnte das Wetter ohnehin keinen Strich durch die Rechnung machen. Im Gegenteil: Wohl mehr als 10 000 Technofans aus ganz Deutschland waren zwischen Donnerstag und Sonntag zu Gast auf dem Flugplatz. Auf dem Gelände galten in dieser Zeit teils recht unbürgerliche Gesetze. Beispiel: Je später der Abend, desto lauter die Musik. So richtig los ging es meist erst um 23 Uhr.

Sonnabendnachmittag, 14.35 Uhr: Die Techno-Freunde ruhen sich von der vergangenen Nacht aus. Die meisten haben getanzt, getanzt und noch einmal getanzt. Geschlafen haben die wenigstens. Dafür dröhnen die Bässe auch viel zu laut aus den riesigen Boxen. "Irgendwann habe ich mich ins Auto gelegt - im Zelt war es einfach zu laut zum Schlafen", sagt Nicole. Ihre Augen versteckt die Blondine im gelben Top hinter einer Sonnenbrille. Unter den Augen zeichnen sich große Ringe ab. Vermutlich jedenfalls. Nicole ist mit ihren Freunden Florian, Lennert und Christian aus dem schleswig-holsteinischen Heide nach Neustadt gereist. Die vier sind zum ersten Mal auf dem Festival. "Die Duschen sind nicht so toll und auch etwas mehr Deko hätte ich mir gewünscht, aber die Musik ist einfach top", sagt Lennart. Dass die Segelflugzeuge beim Landeanflug auf den Flugplatz so niedrig unterwegs sind, dass sie machmal Angst um ihr Zelt haben, das stört sie ein bisschen. Aber trotzdem: Sie wollen im kommenden Jahr wieder zum Festival kommen.

Alles andere als das erste Mal ist es für DJ A. Dee. Im wahren Leben heißt der Ludwigsluster André Dörrwandt. Er hat das Festival von der ersten Stunde an begleitet, gehört zum DJ-Team des Lübtheener Veranstalters Music Eggert. Der Discjockey kann manchmal kaum glauben, wie sich das Festival entwickelt hat. "Im ersten Jahr waren gerade einmal 2000 Leute da, heute kommen sie aus ganz Deutschland." Von seinem Platz hinter den Reglern der Hauptbühne aus hat er beste Sicht auf die tanzende Masse. "Wenn ich von hier oben auf 5000 jubelnde Menschen schaue, dann ist das so ziemlich das schönste Gefühl, dass ich mir vorestellen kann", sagt er und setzt wieder seine Kopfhörer auf. Es gibt schließlich noch einiges zu tun auf der Drei-Tage-Wach-Mission.

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