Forstamt Ludwigslust bildet zur Zeit sechs Lehrlinge aus : Teamgeist und Fitness im Wald

Ausbilder Heinz-Detlef Blank (rechts vorne) mit fünf seiner Lehrlinge. Zwischen Güritz und Karstädt führen sie Verkehrssicherungsmaßnahmen durch und üben sich gleichzeitig an der Motorkettensäge. Thorsten Meier
Ausbilder Heinz-Detlef Blank (rechts vorne) mit fünf seiner Lehrlinge. Zwischen Güritz und Karstädt führen sie Verkehrssicherungsmaßnahmen durch und üben sich gleichzeitig an der Motorkettensäge. Thorsten Meier

Die Tätigkeit des Forstwirts ist abwechslungsreich und verlangt sowohl geistige Beweglichkeit als auch biologische, forst-, betriebswirtschaftliche und technische Kenntnisse.

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11. Februar 2011, 10:01 Uhr

"Die Tätigkeit des Forstwirts ist abwechslungsreich und verlangt sowohl geistige Beweglichkeit als auch biologische, forst-, betriebswirtschaftliche und technische Kenntnisse. Die Arbeit in der Natur und die trotz zunehmender Mechanisierung vorhandene schwere körperliche Arbeit erfordern eine stabile Gesundheit", erklärt Heinz-Detlef Blank und putzt sich die Holzspäne vom Hosenbein. Der 50-Jährige, in signalroter Arbeitskleidung gehüllt, hat seinen Jungs eine kurze Pause verordnet. Auf den Holzstämmen, die vor kurzem noch an der Straße zwischen Karstädt und Güritz standen. "Wir führen hier Maßnahmen zur Verkehrssicherung durch, nehmen Kiefern und Äste ab, die zur Gefahr werden könnten ", erklärt der Ausbilder. Gleichzeitig schule er die Fähigkeiten der angehenden sechs Forstwirte des Forstamtes Ludwigslust an der Motorkettensäge.

Arbeit an der Kettensäge macht Großteil der Ausbildung aus

Das Fällen und Aufarbeiten von Bäumen sei nach wie vor eine gefährliche und anstrengende Arbeit. Deshalb sei die Ausbildung an der Motorkettensäge auch so wichtig für die zukünftigen Forstwirte. "Etwa 80 Prozent ihrer Ausbildungszeit arbeiten die jungen Leute an der Säge", berichtet Blank, der bisher über 30 Azubis das berufliche Rüstzeug vermittelte. Er selbst ist seit über drei Jahrzehnten in der Forst tätig, hat 1977 eine zweijährige Lehre zum Forstfacharbeiter absolviert.

"Fast jeden Tag an der frischen Luft zu sein, das ist das Tolle an meiner Ausbildung", gesteht Robert Kalks. Auch dass man im Team arbeite, das häufig auf sich allein gestellt sei. Der 19-Jährige ist bereits im dritten Lehrjahr und in Jasnitz zu Hause.

Pro Lehrjahr bildet das Forstamt Ludwigslust, das unter Leitung von Dr. Holger Voß steht, zwei Neue aus. Zunehmend auch Abiturienten, die dann das erste Lehrjahr überspringen. Die Landesforstanstalt M-V besitzt zur Zeit zehn Ausbildungsbetriebe. So werden pro Jahr 20 Lehrlinge ausgebildet. Besonders begehrt sind momentan Baumsteiger oder European Tree Worker und Maschinenführer. Wer diese Weiterbildungen auf sich nimmt, hat gute Chancen für eine Festanstellung. Seit 1974 ist der Beruf des Forstwirtes ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Lehre dauert in der Regel drei Jahre. Die Prüfungsfächer sind Waldwirtschaft und Landschaftspflege, Holzernte und Forsttechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung kann nach dreijähriger Praxis die Forstwirtschaftsmeisterprüfung abgelegt werden.

"Forstwirte begründen, schützen und pflegen Waldbestände, ernten Holz, sortieren, vermessen und lagern es. Sie führen alle Aufgaben aus, die zur Erhaltung und Nutzung des Waldes erforderlich sind", erklärt Heinz-Detlef Blank, während er die Motorkettensägen kontrolliert. Hauptsächlich arbeiteten sie bei kommunalen Forstbetrieben und forstwirtschaftlichen Lohnunternehmen. Auch in Forstämtern seien sie tätig. Forstwirte gewinnen aber auch Saatgut, bearbeiten den Boden, ziehen in Baumschulen Bäumchen heran und forsten Flächen auf. Sie pflegen und schützen die Waldbestände, indem sie beispielsweise Waldareale umzäunen, Schutzvorrichtungen an jungen Bäumen anbringen oder Schädlinge bekämpfen. Außerdem bauen und unterhalten sie Waldwege und Erholungseinrichtungen.

"Der Beruf erfordert viel Eigeninitiative, Motivation und selbstständiges Handeln", sagt Blank, der seine Berufswahl nie bereut hat.

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