Tausche Obst gegen Saft

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dpa

svz.de von
07. Juli 2010, 09:32 Uhr

Stralendorf | Nicht nur Süßkirschen, sondern fast das komplette Sortiment an heimischen Früchten bietet der Obstbaubetrieb Stralendorf bei Schwerin an. Was auf den eigenen 600 Hektar nicht wächst, liefern ihm Kleingärtner zu. Im Tausch erhalten sie dafür Säfte, Wein oder Tafelobst - Geld gibt es dagegen nicht. "Das Geschäftsmodell ist meines Wissens einmalig in Deutschland", sagt Inhaber Walter Strube. Auf Strubes Plantagen hat in diesen Tagen die Süßkirschenernte begonnen. In der Kühlhalle lagern bei zwei Grad Celsius noch Äpfel aus dem Vorjahr und Kisten mit Rhabarber. Die kommen, sobald eine ausreichende Menge beisammen ist, in die Mosterei nach Lütau bei Boizenburg, zu "einem Spezialisten für Rhabarber", wie Strube sagt. Andere Mostereien pressen für ihn Birnen- und Apfelsaft, aus Werder in Brandenburg bekommt er Obstweine, eine Brennerei veredelt ihm Birnen zu Obstbrand.

Die Kleingärtner bringen etwa ein Viertel der Früchte. Sie liefern auch, was auf den Plantagen bei Stralendorf und den Zweigstellen Wittenburg im Kreis Ludwigslust und Ruthen im Kreis Güstrow nicht angebaut wird: Johannis- und Stachelbeeren, Pfirsiche, Aprikosen, Kürbisse und Einlegegurken, Hasel- und Walnüsse.Dass die Kleingärtner für ihre Waren kein Geld bekommen, hat einen triftigen Grund: Sie müssten die Einnahme versteuern, hat Strube vor etlichen Jahren erschrocken festgestellt. "Seitdem organisiere ich den Tauschhandel".

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