Tauchgang zum Nordischen Krieg

Geräte auf dem Prüfstand: An Bord der „Havgus“ bereitet das Forscherteam die Pumpe vor.
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Geräte auf dem Prüfstand: An Bord der „Havgus“ bereitet das Forscherteam die Pumpe vor.

Mit einem Spezialscanner tauchen acht Experten zurzeit zu einem Schiffswrack im Greifswalder Bodden ab. Seit 294 Jahren liegen seine Reste von Ballaststeinen bedeckt in knapp zwei Metern Tiefe. Als Teil der Wracksperre sollte es dänische Schiffe fernhalten.

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16. November 2008, 07:24 Uhr

Greifswald | Vermessen, vermerken und dokumentieren: Ein Team aus Tauchern und Forschern untersucht zurzeit ein Schiffswrack im Greifswalder Bodden aus dem großen nordischen Krieg von 1715. Die Überreste sind bedeckt mit Sand und Steinen. Das stellt die Spezialisten vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern vor große Herausforderungen. "Die schwedische Marine hat das Schiff mit Ballaststeinen versenkt", erklärt Jens-Peter Schmidt vom Landesamt. "Wind und Wellen haben in den vergangenen 300 Jahren ihr Übriges getan." Große Teil seien weggespült, das Holz eruiert.

Von ihrem Forschungsschiff "Havgus" aus steigen die Fachleute bis zu acht Stunden täglich ins zehn Grad kalte Boddenwasser. Per Foto und Video dokumentieren sie die genaue Lage der Überreste. Quer zum Wrack haben die Taucher einen Graben ausgehoben, über den sie so nahe an die Fragmente herankommen, dass sie einen ersten Querschnitt anfertigen können. Vor allem der Zustand der Einzelteile ist wichtig, um es im Frühjahr 2009 problemlos aus dem Wasser zu heben. "Dafür müssen die zurzeit gesammelten Daten noch ausgewertet werden", sagt Jens Müller, Sprecher von Nord Stream. Das Unternehmen verlegt die russische Gaspipeline, die in Lubmin enden soll. Die Leitung überquert die alte Wracksperre, weshalb eines der im flachen Wasser liegenden Schiffe verlegt werden muss.

Die Bergung werde infolge der kaum erhaltenen Überreste weniger aufwändig, als bisher angenommen, sagt Nord Stream-Projektleiter Jens Lange. Die Schiffsreste sollen in einem abgelegenen Kiessee bei Jarmen für spätere Untersuchungen wieder versenkt werden.

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