Taucher bargen Ertrunkenen

Fünf Taucher von der Schweriner Bereitschaftspolizei fanden gestern die Leiche des 25-Jährigen, der am Dienstagabend im Kraaker Badesee ertrunken war. Foto: Werner Mett
Fünf Taucher von der Schweriner Bereitschaftspolizei fanden gestern die Leiche des 25-Jährigen, der am Dienstagabend im Kraaker Badesee ertrunken war. Foto: Werner Mett

Die Serie von Badeunfällen in Mecklenburg-Vorpommern reißt nicht ab.

Am Dienstagabend ertrank ein 25-Jähriger im Kraaker Badesee. Nach den erfolglosen Such- und Rettungsaktionen am späten Abend bargen gestern Mittag

Polizeitaucher den Toten.

von
31. Juli 2008, 09:25 Uhr

Kraak - Ein schöner Sommerabend endete mit einer Tragödie: Ein 25-jähriger Mann ertrank am Dienstag gegen 18 Uhr beim Versuch, den Kraaker Badesee zu durchschwimmen. Der Baggersee aus der Zeit des Baus der Autobahn von Hamburg nach Berlin ist etwa 200 Meter breit. Der Verunglückte nahm diese Strecke nicht allein in Angriff, Freunde begleiteten ihn. Doch mitten auf dem See sackte der 25-Jährige weg, schilderten die Begleiter später gegenüber Polizei und Rettungsdienst. Ihre eigenen Rettungsversuche blieben erfolglos.

Die sofort alarmierten Helfer waren schnell am Unglücksort. Ein in der Nähe wohnender Taucher, Kameraden der freiwilligen Feuerwehren Kraak und Rastow, Polizeikräfte mit einem Hubschrauber und auch Helfer von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft aus Zarrentin suchten das Gewässer ab – ergebnislos. Gegen 23.30Uhr wurde die Suchaktion abgebrochen.

Gestern wurden dann die Taucher von der Bereitschaftspolizei aus Schwerin angefordert. Sie waren in den frühen Morgenstunden noch an der Müritz im Einsatz, wurden dann aber nach Kraak beordert.

„Dieses Gewässer kennen wir noch nicht“, sagte Hauptkommissar Hartmut Krämer, Leiter der Tauchergruppe. Die Jugendlichen, die mit dem Verunglückten im Wasser waren und das Geschehene auch gestern noch nicht fassen konnten, zeigten den Polizisten die Stelle, an der das Unglück geschah. Mit einer Boje wurde sie gekennzeichnet.

Die Boje ist die wichtigste Markierung für die Taucher. An dieser Stelle wird eine erste Leine quer über den See gespannt, links und rechts, jeweils im Abstand von zehn Metern folgen weitere. Zeitgleich legen sich Hartmut Krämer und vier seiner Kollegen Taucherausrüstungen an. Sie steigen in das warme Wasser des Badesees und suchen Abschnitt für Abschnitt den Grund des Badegewässers ab. Schon nach kurzer Zeit entdecken die Profis den Verunglückten und bergen den Ertrunkenen. Der Leichnam wird jetzt untersucht, um die Todesursache genau zu bestimmen.

Fassungslos und mit Tränen kämpfend steht die Schwester des Verunglückten am Ufer und verfolgt das Geschehen. Sie hatte am Abend zuvor ihren Bruder an den See begleitet.

Besorgt über die Häufung von Unfällen beim Baden und mit Sportbooten zeigte sich gestern auch Hartmut Richter, Sprecher der Wasserschutzpolizei von Mecklenburg-Vorpommern. „In den zurückliegenden Tagen hatten wir sowohl an der Ostsee als auch an Binnengewässern mehrere Tote zu beklagen.“ Insgesamt weise die Bilanz für 2008 acht Tote bei Badeunfällen sowie zwei Tote und zwei weitere Vermisste bei Sportbootunfällen aus – dennoch sei das keine überdurchschnittlich hohe Zahl, betont Richter.

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