Tatjana Gsell muss nichts nachzahlen

Im Zivilprozess zwischen Tatjana Gsell und ihrem ehemaligen Anwalt Leonid Nikolenko ist ein Teil-Urteil verkündet worden. Demnach muss Gsell keine Honorarnachzahlungen an Nikolenko leisten. Eine Entscheidung darüber, ob sie bereits gezahlte Gelder zurückfordern kann, steht noch aus.

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03. April 2008, 10:38 Uhr

Rostock - Zur gestrigen Urteilsverkündung im Rechtsstreit zwischen der Millionärswitwe Tatjana Gsell und ihrem ehemaligen Anwalt Leonid Nikolenko hatte keine der Prozessparteien einen Vertreter geschickt. So verlas Michael Mack-Oberth, Vorsitzender Richter am Landgericht Rostock, das Urteil nur gegenüber den anwesenden Medienvertretern. „Die Widerklage wird abgewiesen, da für die Anzahl der geltend gemachten Stunden nicht hinreichend Beweis angetreten worden ist“, erklärte er das Teil-Urteil. Nikolenko vertrat Gsell im Prozess um den Tod ihres damaligen Ehemannes, des Schönheitschirurgen Franz Gsell, im Jahr 2002. Dafür hatte er von Tatjana Gsell bereits Honorare in Höhe von 51000 Euro erhalten. Hiervon fordert die Witwe nun 29800 Euro zurück, woraufhin Nikolenko in der Gegenklage 88000 Euro weiteres Honorar forderte. Mit dem aktuellen Urteil des Landgerichts ist diese Forderung hinfällig. „Nikolenko habe 57 Arbeitsstunden unter Beweis gestellt, aber bereits 200 Stunden von Gsell bezahlt bekommen“, erklärte der Richter. Ihm bleibe allerdings immer noch das Rechtsmittel der Berufung. Um den Rückzahlungsanspruch von 29800 Euro gegenüber Nikolenko geltend machen zu können, sei Gsell jedoch selbst in der Beweispflicht, dass die entsprechenden Arbeitsstunden von Nikolenko nicht geleistet wurden. Darum müsse ein Gutachten abgewartet werden, bevor ein neuer Verhandlungstermin angesetzt werden kann. Wann es dazu komme, sei bisher nicht einzuschätzen, so der Richter.

Die 1971 in Ebern, Unterfranken, geborene Tatjana Gsell war durch ihre Ehe mit dem 45 Jahre älteren Schönheitschirurgen Franz Gsell bekannt geworden. Sie arbeitete in seiner Klinik für ästhetisch-plastische Chirurgie als Kosmetikerin und begab sich auch selbst mehrfach unter sein Messer. Nach dem Tod ihres Mannes geriet sie durch eine Liaison mit Prinz Ferfried von Hohenzollern in die Schlagzeilen. Wegen Versicherungsbetrugs mit einem fingierten Überfall, an dessen Folgen ihr Ehemann Franz Gsell im März 2003 gestorben war, erhielt Tatjana Gsell vom Amtsgericht Nürnberg eine mehrmonatige Bewährungsstrafe.

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