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Gadebusch: Arbeitgeber bieten drei Prozent an

: Tarifstreit geht in die dritte Runde

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Die Tarifverhandlungen für die ca. 400 Beschäftigten der Busbetriebe in Westmecklenburg sind festgefahren. Seit März verhandeln die Gewerkschaft ver.di und die Vertreter der Unternehmen.

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erstellt am 12.Apr.2011 | 11:17 Uhr

Die Tarifverhandlungen für die ca. 400 Beschäftigten der Busbetriebe in Westmecklenburg sind festgefahren. Seit Anfang März verhandeln die Gewerkschaft ver.di und die Vertreter der Unternehmen SGS Bus und Reisen GmbH Schwerin mit Sitz in Gadebusch, Reisedienst Parchim GmbH, Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft mbH und die Grevesmühlener Busbetriebe mbH über ein neues Tarifwerk. Dabei fordert ver.di eine Gehaltssteigerung von 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von einem Jahr. Ein Kompromiss aus Sicht der Gewerkschaft, die ursprünglich eine monatliche Pauschalleistung von 120 Euro (ca. 6 Prozent) herausarbeiten wollte.

Bewegung auch auf Arbeitgeberseite: Waren anfänglich 2,5 Prozent bei 24 Monaten Laufzeit im Gespräch, bietet die Tarifgemeinschaft den Beschäftigten jetzt eine stufenweise Gehaltssteigerung von drei Prozent an. Aus Sicht von ver.di weiterhin "unzureichend". Die Gewerkschaft fordert 4,5 Prozent.

Nicht realisierbar, betonen die Arbeitgeber. Andreas Helms, Mitglied der Tarifgemeinschaft und Chef von SGS Bus und Reisen GmbH Schwerin: "Angesichts der Preissteigerungen bei Öl und Kraftstoffen rechnen wir in diesem Jahr mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 200 000 Euro." Außerdem sei eine Anpassung der Fahrpreise von heute auf morgen nicht umsetzbar. Folglich sind Lohnsteigerungen nach Vorstellungen der Gewerkschaft nicht drin.

"Unser Angebot liegt mit drei Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten über der Belastungsgrenze. Es bedarf einer Zustimmung seitens des Aufsichtsrates", sagt Helms. Eine Gehaltsanpassung sei dann in zwei Etappen möglich. Zwei Prozent im April und ein weiterer Prozentpunkt ab Oktober 2011. Damit liege man deutlich über seinen Möglichkeiten. Ein Prozentpunkt auf der Gehaltsliste bedeute allein bei SGS Bus und Reisen eine Kostensteigerung von ca. 35 000 Euro im Jahr.

Am 27. April findet die dritte Verhandlungsrunde statt. Bis dahin will ver.di eine Mitgliederbefragung organisieren. Von einem drohenden Arbeitskampf spricht zur Stunde niemand. Andreas Helms setzt auf eine gütliche Einigung.

Der Anspruch von ver.di-Bezirks chefin Ute Evers ist kein anderer, allerdings dürfe das Vertragswerk nicht zu Lasten des Personals gehen: "Unser Part besteht darin, dass die Beschäftigten keine Minusrunde fahren." Bei einer Inflationsrate von 2,3 und 2,6 Prozent im kommenden Jahr dürfe das Angebot nicht unter Niveau bleiben. Zudem seien die regionalen Unterschiede zu massiv. Evers verweist auf das Tarifgebiet Schleswig-Holstein mit einem bis zu 300 Euro höheren Monatsgehalt.

Helms hat eine andere Sicht auf die Gehaltsfragen: "Ich denke, wir sind mit unserem Lohn- und Gehaltsgefüge in Westmecklenburg nicht schlecht aufgestellt." So verdiene ein Busfahrer im Schnitt 11,65 Euro je Stunde und damit 2028 Euro monatlich. Der Chef von SGS appelliert an ver.di "die wirtschaftliche Solidität der Unternehmen nicht aufs Spiel zu setzen". Aus Sicht von Evers bekannte Arbeitgeberargumente. Sie sagt: "Das vorliegende Angebot kann nicht das Ende sein."

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