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Talente weiterentwickeln wichtiger als der EM-Titel

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erstellt am 05.Aug.2010 | 06:22 Uhr

Schwerin | Für die deutsche U19-Nationalmannschaft der Volleyballerinnen geht die Vorbereitung auf die Europameisterschaft vom 3. bis 12. September in Serbien in die entscheidende Phase. Bis heute absolviert das Team von Bundestrainer Han Abbing ein Trainingslager am Bundesstützpunkt in Schwerin. Seit Mitte Juli waren die Talente in der MV-Landeshauptstadt. "Die Bedingungen in der neuen Halle und dem ganzen Umfeld sind hervorragend", so der Coach. Nächste Woche stehen dann im westfälischen Münster die ersten drei von sieben Testspielen auf dem Plan.

Seit Ende Mai hat der Niederländer seine 15 Schützlinge der Jahrgänge 1992/1993 um sich versammelt. Bislang standen umfangreiches Training, gepaart mit zwischenzeitlichen Regenerationsphasen, auf dem Programm. "Einige haben in ihren Vereinen und mit Partien der Nachwuchsnationalmannschaften sowie ,Jugend trainiert für Olympia teilweise 60 Spiele in der Saison gespielt. Das ist zuviel. Von daher haben wir eben nur trainiert. Sehr viel Wert haben wir auf die Abwehr gelegt. Mal sehen, wie es dann im Wettkampf umgesetzt wird", so Han Abbing, der im Sommer 2009 die weibliche U20 sensationell zum WM-Titel geführt hatte. "Auch dieser Jahrgang ist gut. Wir haben wieder einige Talente", sagt der DVV-Coach und sieht vorrangig seine Aufgabe da rin: "Ich muss die Talente weiterentwickeln, damit sie in zwei Jahren auch für den Bundestrainer interessant sind." So wie aus dem letzten Jahr zum Beispiel die Schwerinerinnen Berit Kauffeldt, Anja Brandt und Janine Völker.

So sieht der ehemalige Trainer des Frauen-Bundesligisten VfB Suhl (2004 - 2008) auch nicht das Ziel, den EM-Titel holen zu wollen oder zu müssen. "Die Europameisterschaft ist eine schöne Sache für die Mädchen. Da können sie sich im Wettkampf messen und zeigen, was sie gelernt haben. Wir haben eine solide Annahme und einen guten Angriff. Und gegen andere Nationen zu spielen, bringt einen immer weiter." Wie weit, kann Abbing noch nicht überschauen. "Da wir jetzt nur trainiert haben, müssen wir erst einmal unsere Testspiele abwarten. Aber wir haben einige Spielerinnen dabei, die aus dem 93er Jahrgang sind. In diesem Alter macht ein Jahr noch sehr viel aus."

Die drei Testspiele vom 12. bis 16. August in Münster gegen Russland, das ebenfalls bei der EM dabei ist, und dann das Trainingslager in Perugia vom 17. bis 24. August, wo die DVV-Nachwuchsauswahl viermal gegen Italien antritt, werden dem 49-jährigen Coach dann Aufschluss über den Leistungsstand seiner Mannschaft geben. Italien ist auch in Serbien ein Gruppengegner der deutschen Youngster. Ferner müssen sie in Pool 2 gegen die Türkei, Slowakei, Polen und Ungarn spielen.

15 Mädchen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren sind nun schon seit gut zehn Wochen zusammen - zwischendurch immer wieder mal zwei, drei Tage Heimaturlaub. Für so junge Sportlerinnen sicher nicht ganz einfach. "Sie müssen jetzt bei uns lernen, selbstständige Leistungssportler zu werden. Oder überhaupt erst einmal herausfinden, ob sie so ein Leben wollen. Das heißt, den ganzen Sommer über in der Halle verbringen. Das ist ja bei der Frauen-Nationalmannschaft nicht anders", sagt der 49-Jährige, der dieser Tage noch eine schwierige Aufgabe vor sich hat. Ab 12. August in Münster werden nur noch die zwölf EM-Fahrerinnen dabei sein. Drei Spielerinnen muss er bis dahin noch nach Hause schicken.

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