Süße Vitaminbombe

Die Erdbeeren sind reif. Leuchtend rot lugen sie unter den grünen Blättern hervor und lassen einem schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen. Wer keinen eigenen Garten hat, kann an Verkaufsständen im ganzen Land die Beeren kaufen, die eigentlich keine sind. Was Sie sonst noch über die verführerischen Früchtchen wissen sollten, verrät unser Erdbeer-Abc.

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31. Mai 2008, 03:24 Uhr

A wie Anbau
Erdbeeren mögen es sonnig und mäßig feucht. Ideal sind sonnige Lagen und sandige Böden. Diese sorgen für eine gute Bodenbelüftung und verhindern Staunässe.

B wie Beere
Das mag für viele jetzt überraschend kommen: Botanisch gesehen ist die Erdbeere gar keine Beere. Sie ist eine Staude mit einer Sammelnussfrucht. Was wir uns genüsslich in den Mund schieben, ist nur der Blütenboden, die eigentlichen Früchte sind die winzigen gelben Nüsschen, die meist etwas abgesenkt an der Außenseite sitzen.

C wie Vitamin C
Erdbeeren sind wahre Vitamin-C-Bomben. Sie enthalten mit 65 mg pro 100 Gramm mehr davon als Zitronen und Orangen. "Und dieses Vitamin C ist sehr schnell verfügbar", erklärt Stefan Gast vom gleichnamigen Erdbeer- und Spargelhof in Waschow bei Wittenburg, wo gestern die Ernte der saftigen Früchte begann.

E wie Ernte
Weil Erdbeeren - anders als andere Obstsorten - nicht nachreifen, sollten sie in reifem Zustand geerntet werden. Vollreif sind sie saftig, leuchten rot, glänzen und riechen aromatisch-fruchtig. Die Kelchblätter lassen sich leicht ablösen. Vitamin C, Zucker sowie natürliche Duft-, Farb- und Geschmackstoffe sind nach CMA-Angaben in ausgereiften Früchten in größeren Mengen enthalten. Gerade in der letzten Reifephase konzentrierten sich diese Stoffe in der Frucht.

F wie Frische
Die Frische erkennt man nach Angaben der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) an den Kelchblättern, die saftig und grün aussehen sollten. Am besten ist es, die Erdbeeren gleich zu verzehren, denn schon nach kurzer Zeit lässt das Aroma nach.

G wie Güteklassen
Erdbeeren werden in drei Güteklassen angeboten, so die CMA.

extra: Reifegrad, Farbe und Größe sind von besonderer Gleichmäßigkeit;

I: Die Früchte dürfen leichte Formfehler und kleine helle Stellen aufweisen;

II: Formfehler, bis zu einem Fünftel der Oberfläche darf unreife Stellen aufweisen, leichte Druckstellen sind zulässig.

H wie Haltbarkeit
Erdbeeren sind leicht verderblich. Im Kühlschrank kann man sie allerdings ein bis zwei Tage aufbewahren. Man sollte sie vorher aber nicht waschen. Wer das ganze Jahr über Erdbeertorte essen möchte, kann die Früchte einfrieren. Dazu werden sie gewaschen, auf ein Brett gelegt und zum Vorfrieren in den Tiefkühlschrank geschoben. Erst dann füllt man sie vorsichtig in Gefrierbeutel.

K wie Kalorien
Die Erdbeere zählt mit nur 32 kcal pro 100 Gramm zu den kalorienärmsten Obstarten. Sie besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Rund 300 natürlich vorhandene Aromastoffe sorgen dennoch für einen intensiven Geschmack.

N wie Nährstoffe
Die roten Früchtchen enthalten auch viel Folsäure, die wichtig für die Blutbildung ist, und Kalium, das den Wasserhaushalt reguliert. Hinzu kommen Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Mangan und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese entfalten als bioaktive Stoffe eine Vielzahl positiver Wirkungen im Körper. So können Erdbeeren auch gegen Gicht helfen, den Blutdruck senken, den Darm mobilisieren, entwässernd wirken und vor schädlichen Radikalen schützen.

P wie Pflücken
Im Idealfall sollte man Erdbeeren in den frühen Morgenstunden ernten, weil sie dann noch die Kühle der Nacht haben. Mit steigender Temperatur werden die "sensiblen" Früchte noch druckempfindlicher. Deshalb sei bei der Ernte auch besonderes Fingerspitzengefühl gefragt, so Stefan Gast.

S wie Sorten
Erdbeeren gehören zu den Rosengewächsen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden mehr als 1000 verschiedene Sorten gezüchtet. Manche sind früh reif wie die "Honeoye", andere mittelspät oder spät. Es gibt einfach und mehrfach tragende. So können von Mai bis in den Oktober hinein Freiland-Erdbeeren geerntet werden.

Die Sorten unterscheiden sich aber auch nach Geschmack und Empfindlichkeit, wie Stefan Gast betont. "Senga Sengana hat zum Beispiel einen hohen Eigensäuregehalt, was bei der Herstellung von Marmelade von Vorteil ist", erklärt der Landwirt, dessen Betrieb auf rund 30 Hektar sechs verschiedene Sorten anbaut. "Elsanter" sei dafür stabiler und unempfindlicher.

V
wie Vielseitigkeit
Vom Feld oder dem Körbchen in den Mund schmecken die süßen, saftigen Früchtchen am besten. Aber man kann sie auch gut verarbeiten - und da ist die Erdbeere, die von der aromatischen, schon in der Steinzeit bekannten Walderdbeere abstammt, an Vielseitigkeit kaum zu überbieten. Ob süß in Kuchen und Desserts oder herzhaft in Salat oder mit Pfeffer und Balsamico-Essig, für jede Geschmacksrichtung findet sie ihre Liebhaber.

Z wie Zubereitung
Damit die Erdbeeren ihre Konsistenz und ihre Inhaltsstoffe behalten, sollten sie erst kurz vor der Zubereitung gewaschen werden - entweder abbrausen oder vorsichtig in Wasser säubern. Stiele und Blätter erst danach abzupfen, sonst verlieren die Früchte Saft und Aroma.

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