Suche nach der Brandursache

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10. November 2008, 08:31 Uhr

Parchim - Der zehnjährige Junge aus Parchim, der in der Nacht zum Sonnabend mit schwerer Rauchgasvergiftung ins Schweriner Klinikum eingeliefert wurde, befindet sich in einem sehr kritischen Zustand. Die Eltern müssen mit dem Schlimmsten rechnen. Dagegen soll der 17-Jährige, der leichte Rauchgasvergiftungen sowie Brandverletzungen ersten Grades am Kopf und den Armen erlitten hatte, heute aus der Parchimer Asklepios Klinik entlassen werden. Die beiden Kinder wurden in der Nacht zum Sonnabend bei einem Brand in der DRK-Jugendwohngruppe in Parchim verletzt, sechs weitere Kinder konnten die Einrichtung körperlich unverletzt verlassen.

„Alle anderen Kinder befinden sich in einer Ersatz-Wohngruppe und werden von erfahrenen Mitarbeitern psychologisch betreut. Im Interesse der Mädchen und Jungen bitten wir die Öffentlichkeit um Zurückhaltung, denn dieser Schock hat seine seelischen Spuren hinterlassen“, sagte gestern Silke Kraft, die Pressesprecherin des DRK-Kreisverbandes.

Was die Kinder jetzt brauchen, ist Hilfe an Sach- und Geldspenden. „In dieser Nacht haben sie alles verloren, sie wurden nur mit den Sachen, die sie auf dem Leib trugen, gerettet. Daher benötigen wir Kleidung, Bettwäsche sowie Schulsachen und Hygieneartikel – einfach alles“, so Silke Kraft. Eine erste Grundausstattung konnte aus der eigenen Kleiderklammer sowie aus dem betriebseigenen Charity-Shop zur Verfügung gestellt werden. Informationen zu weiteren Spendenmöglichkeiten sind über die Parchimer Rufnummer 03871 / 622532 erhältlich.

Ein weiteres Problem ist die künftige Unterbringung der Kinder. Die jetzige Variante in der Parchimer Fichtestraße kann nur eine vorübergehende sein. „Wir arbeiten an einer mittelfristigen Lösung. So prüfen wir Einrichtungen, die im städtischen Besitz sind und sich eignen und haben auch die Kontakte zur örtlichen Wohnungsbaugesellschaft ,Wobau’ geknüpft. Ziel ist es, dass die Kinder als Wohngruppe zusammenbleiben“, sagt Parchims Bürgermeister Bernd Rolly.

Derweil läuft die Brandursachenforschung auf Hochtouren. So wurden gestern Zeugen befragt und die Spurenauswertung läuft noch. „Außerdem wurde unsererseits ein amtlicher Gutachter hinzugezogen, das Ergebnis steht aber noch aus, wir ermitteln derzeit in alle Richtungen“, so gestern Polizeisprecher Klaus Wiechmann.

Wie vom DRK-Kreisverband zu erfahren war, sind in allen Einrichtungen und auch in diesem Wohnheim Rauchmelder bzw. Brandmeldeanlagen installiert.

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