Subventionsbetrug im Dassower CD-Werk?

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12. Mai 2011, 01:22 Uhr

Schwerin/Dasow - Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat Anklage gegen die drei ehemaligen Geschäftsführer des CD- und DVD-Werkes in Dassow (Kreis Nordwestmecklenburg) erhoben. Ihnen wird unter anderem Subventionsbetrug vorgeworfen, wie Oberstaatswanwalt Hans-Christian Pick gestern mitteilte.

Die Beschuldigten sollen Ende 2003 dem Landesförderinstitut (LFI) verschwiegen haben, dass sich der Kaufpreis für bereits subventionierte Produktionsanlagen nachträglich verringert hatte. Das LFI habe deshalb von den im Jahr 2002 gezahlten Beihilfen einen entsprechenden Millionenbetrag nicht zurückgefordert. Die Anklage gegen die früheren Firmenchefs erfolgte vor dem Landgericht Schwerin.

Das CD-Werk mit ehemals 1100 Mitarbeitern musste Ende 2007 Insolvenz anmelden. Im Mai übernahm das dänische Unternehmen Dicentia den Betrieb. Für Kritik sorgte die Rückkehr ehemaliger Manager. Sie zählen allerdings nicht zu den jetzt Beschuldigten. Wohl aber der umstrittene Ex-Chef Wilhelm Mittrich, mit dem die neuen Besitzer nach eigenen Angaben aber nicht mehr zusammenarbeiten.

Nach der Insolvenz im Jahr 2007 hatte es heftige Kritik an der Förderpraxis des Landes gegeben. Die Opposition im Landtag hatte Ex-Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) und der Landesregierung vorgeworfen, dem Unternehmen trotz Warnungen 33 Millionen Euro an Investitionshilfen ausgezahlt zu haben.

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