Studie: MV Schlusslicht der Bundesländer im Bildungsmonitor 2008

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26. August 2008, 11:10 Uhr

Köln/Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern ist das Schlusslicht im Bildungsmonitor 2008 des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Auf den vorletzten Plätzen landen Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Spitzenreiter ist Sachsen, vor Baden-Württemberg und Thüringen.

Die am Dienstag in Köln veröffentlichte Studie vergleicht die Bildungssysteme der 16 Bundesländer anhand von über 100 Kriterien. Die Daten dafür stammen aus dem Jahr 2006. Das Forscherteam bewertet, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes zu wirtschaftlichem Wachstum beitragen kann.

Mecklenburg-Vorpommern konnte sich im Vergleich zum Vorjahr zwar um 2,3 Punkte verbessern, fällt damit dennoch weiter zurück. Fortschritte erzielte das Land in den Handlungsfeldern „Integration“, „Zeiteffizienz“ und „Betreuungsbedingungen“.

Die Autoren bewerten positiv, dass alle Bundesländer den Fremdsprachen-Unterricht und die internationale Ausrichtung der Hochschulen verstärkt haben. Sie begrüßen, dass sich die Gesamtdauer der Schul- und Studienzeit verringert hat. Kritisiert wird eine Stagnation beim Ausbau der Ganztagsbetreuung an Kindertagesstätten und Schulen.

Probleme gibt es im Nordosten laut Studie vor allem bei der Berufsausbildung. Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt sei schwierig, schreiben die Forscher mit Blick auf das Jahr 2006. Für nur 42 Prozent eines Altersjahrgangs hätten in jenem Jahr betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung gestanden.

Doch von den erfolgreichen Bewerbern hätten 20,8 Prozent ihre Ausbildung abgeschlossen (Bundesdurchschnitt: 14,3). Auch der Nachwuchs an Meistern und Betriebswirten war den Angaben zufolge gering. Die Absolventen dieser Prüfungen machten 2006 nur 1,4 Prozent der Bevölkerung mit einem entsprechenden Abschluss aus (Bundesdurchschnitt: 2,3).

Punkten konnte Mecklenburg-Vorpommern mit der Ausbildungsleistung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Das Land kommt in diesem Bereich auf Platz 4. Der Anteil der Mathematiker und Naturwissenschaftler an den Hochschulabsolventen war mit 20,6 der bundesweit höchste. Der Bundesdurchschnitt lag bei 15,4 Prozent.

Auch die Zahl der Absolventen in Relation zur Zahl der beschäftigten Forschern war mit 29,1 Prozent die höchste in Deutschland. Das sei ein großes Nachwuchsreservoir für Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, hieß es. Überdurchschnittlich war in Mecklenburg-Vorpommern auch der Anteil der Mathematiker und Naturwissenschaftler an den Hochschulen. 65,2 Prozent aller Wissenschaftler waren im MINT-Bereich tätig, im Bundesdurchschnitt waren es nur 56,2 Prozent.

Für Deutschland insgesamt bemängelt das Institut den sinkenden Anteil der Ingenieure an der Gesamtzahl der Hochschulabsolventen. Mecklenburg-Vorpommern steht aber auch in diesem Bereich besser da. Rechnerisch seien 2006 auf 100 sozialversicherungspflichtige Ingenieure etwa acht Absolventen dieser Studienrichtung gekommen. Bundesweit waren es im Schnitt nur 5,5.

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