Studenten stören Wohnidylle - Beliebter Klub „STuK“ soll nicht für Wohngebiet Wallensteinstraße geopfert werden

Idylle mit Haken: Dieses bereits bezogene Haus liegt rund 200 Meter vom Studentenkeller  entfernt. Hans-Jürgen Kowalzik
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Idylle mit Haken: Dieses bereits bezogene Haus liegt rund 200 Meter vom Studentenkeller entfernt. Hans-Jürgen Kowalzik

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02. September 2008, 07:25 Uhr

Güstrow - Eigentumswohnungen mit Gewürz- und Gemüsegarten sowie Stadtvillen mit Studio und Dachterrasse und dann der Blick aufs Schloss und den Dom. Damit wirbt die Landesgrunderwerb GmbH (LEG, eine landeseigene Gesellschaft, die mit der Stadt die Projektentwicklung betreibt.

Da passt in unmittelbarer Nähe eine Diskothek – der Studentenkeller – schlecht hin. Die Stadtverwaltung möchte das Gebäude mit dem STuK sowie dem Kinder-Jugend-Kunsthaus im Schwarzen Weg deshalb am liebsten verkaufen. Weiß aber auch um die Bedeutung dieses beliebten Jugendtreffs, der in Güstrow eine Institution ist.

Der Antrag steht auf der morgigen Stadtvertretersitzung daher zwar zum wiederholten Mal auf der Tagesordnung. Allerdings wieder mit der Einschränkung: Nur wenn der Investor LGE und STuK es wollen, kann verkauft werden. Das bestätigt Bürgermeister Arne Schuldt, der als Mittler auftritt.

Das war eine Bedingung der Stadtvertreter, die damit ihrer Verantwortung gegenüber dem Studentenkeller und den Bauherren nachkommen wollen. Harald Weber, SPD-Fraktionsvorsitzender: „Wir wollen eine gütliche Einigung, nach der es auf jeden Fall weiter einen Studentenklub als Diskothek geben muss. D. h., dass der STuk einen anderen Standort als Alternative erhalten muss, wenn verkauft wird. Das wäre die beste Lösung, weil an dem Gebäude auch Reparaturbedarf ist. Oder aber der STuK bleibt. Dann aber mit einer Lärmschutzwand, die die Beeinträchtigungen für die Bauherren in Grenzen hält.“

Georg Lembcke, Abteilungsleiter Technik bei der LGE, und Thomas Roloff vom Studentenkeller bestätigen Gespräche mit den bisher genannten Richtungen. Eine Lösung gebe es noch nicht, sagen beide. Mitentscheidend werde das Ergebnis des Schallschutzgutachtens sein, das Lembcke in den nächsten Tagen erwartet.

Pikant: Die Menschen, die dort schon wohnen, haben den Lärm- und Schallschutz bereits bezahlt, aber bisher nichts davon gesehen. Die LGE habe das zu verantworten und sich bisher nicht daran gehalten, moniert Adelheid Rühe. Man wolle keinen Ärger, aber eine Lösung müsse so schnell wie möglich her, sagt sie.

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