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Messekonzepte für kleine Firmen : Studenten helfen Unternehmern

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Studenten der Hochschule Wismar helfen Unternehmen sich auf Messen erfolgreich zu präsentieren. Sie entwickeln in verschiedenen Teams für acht Firmen in MV Konzept und Standdesign für Messestände.

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2011 | 11:22 Uhr

Schwerin | Anfang Mai wird Walter Werth, Geschäftsführer der Firma APS, auf der Baltic Future in Rostock mit einem eigenen Messestand um neue Kunden aus der Offshore-Industrie werben. "Das ist eine hervorragende Kontaktbörse", sagt Werth. Konzept und Standdesign dafür haben Studenten der Hochschule Wismar ausgearbeitet. Insgesamt betreuen die verschiedenen Teams acht kleine Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern. "Dabei konnten wir unsere Marketing-Seminare anwenden", so Studentin Ulrike Hacker. Ihre Abschlussarbeiten haben die Teilnehmer am Donnerstag im Wirtschaftsministerium präsentiert.

"Wir müssen unsere vorhandenen Möglichkeiten besser nutzen", sagt Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU). Insbesondere kleine Unternehmen würden zu wenig neue Absatzmärkte erschließen. Dafür seien nationale und internationale Messen hervorragend geeignet. Allein zu den rund 130 überregionalen deutschen Veranstaltungen pro Jahr kämen mehr als neun Millionen Besucher, 86 Prozent davon Entscheidungsträger aus Unternehmen der jeweiligen Branche.

Über mehrere Monate hinweg haben die Studenten zunächst die Ziele der betreuten Unternehmen definiert und davon ausgehend geeignete Messen ausgewählt. Diese unterzogen sie dann einem Kosten-Nutzen-Check. "Da steckt jede Menge Arbeit drin", meint Student Maik Goschow. Bei Herstellern wie der Firma Historische Tasteninstrumente Johann-Gottfried Schmidt aus Rostock mussten die angehenden Betriebswirte, Designer und Innenarchitekten in großen Maßstäben denken, da die Firma eine sehr spezielle Kundschaft hat. Das Konzept sieht in diesem Fall die Teilnahme an der Gloria St. Pölten vor, der größten Kirchenfachmesse Europas.

Laut Seidel liegt die Exportquote der heimischen Unternehmen gerade einmal bei 27 Prozent, deutschlandweit sind es 46. Daher unterstützt das Wirtschaftsministerium Firmen, die an Messen teilnehmen, indem es bis zu 50 Prozent der Standkosten übernimmt. Zudem hat es auch die dritte Auflage des Vorzeigeprojekts der Hochschule Wismar aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Das Erfolgsmodell findet bereits Nachahmer. So hat die Marmara Universität in Istanbul es übernommen, weitere Hochschulen in Österreich und Frankreich haben Interesse angemeldet. 2008 hatte die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Hochschule Wismar eine Studie zum Messeverhalten der Unternehmen im Land vorgenommen. Ergebnis: "Trotz Eignung wurde diese Möglichkeit viel zu wenig genutzt", sagt Prof. Christian Feuerhake. Er rief daraufhin zusammen mit dem Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft das Hochschul-Projekt ins Leben.

Der Vorteil für die Studenten: Sie lernen, ihr theoretisches Wissen in der Praxis umzusetzen und mentale Barrieren abzubauen. "Mit Geschäftsführern über Projekte von mehreren tausend Euro zu sprechen müssen die jungen Leute lernen", sagt Feuerhake. Aber auch die Unternehmen profitieren von der kostengünstigen Beratung. "Gerade kleine Betriebe leiden immer etwas an Betriebsblindheit", führt Frank Bergmann, Inhaber der gleichnamigen Firma, aus.


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