Schwerin: Millionen-Investition für sichere und zuverlässige Stromversorgung : Stromversorgung wird noch sicherer

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In Kooperation mit der Wemag Netz GmbH errichtet die Stadtwerke-Tochter Netzgesellschaft derzeit an der Gadebuscher Straße ein neues Umspannwerk.

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24. Oktober 2011, 11:20 Uhr

Lankow | Millionen-Investition für eine noch sichere und zuverlässige Stromversorgung: In Kooperation mit der Wemag Netz GmbH errichtet die Stadtwerke-Tochter Netzgesellschaft derzeit an der Gadebuscher Straße ein neues Umspannwerk. Die Anlage soll Anfang Dezember die Versorgung für fast ein Drittel der Schweriner Haushalte sowie der Wemag-Kunden nördlich von Schwerin übernehmen.

Bereits seit den 1930er-Jahren wird der Lankower Standort für die Stromversorgung der Stadt genutzt. Die erste Überlandleitung der Region führte hierher, berichtet Lutz Nieke, Geschäftsführer der Netzgesellschaft. 1966 wurde das markante rote Backsteingebäude in der Gadebuscher Straße 131 gebaut, in dem sich die Schaltzellen und so genannten Sammelschienentrenner vom Typ Sperenberg befinden. Hektische Bewegungen sollte man dort unterlassen - die heute gängige Gasisolierung fehlt noch komplett, die die typischen und gefährlichen Lichtbögen verhindert. Die neue Anlage erhöht dagegen die Versorgungssicherheit. Während es in der alten Schaltzentrale beim Schalten noch zu Lichtbögen kommt und laut knallt, "sind die neuen Anlagen verkapselt und mit Gas gefüllt. Da ist nichts zu sehen oder zu hören", erklärt der Geschäftsführer.

Insgesamt knapp 1,3 Millionen Euro investiert die Netzgesellschaft dafür. Als Partner konnte die Wemag Netz GmbH gewonnen werden, die den Strom bereitstellt und dessen Hochspannung von 110 000 auf 20 000 Volt herunter transformiert, ehe er in die Schaltanlagen gelangt und anschließend verteilt wird. "Wir haben in Lankow bereits 2002 rund vier Millionen Euro dafür investiert", berichtet Geschäftsführer Mario Ehrich. "Die Planung erfolgte da bereits so, dass sich die Schweriner Netzgesellschaft später mit einbringen konnte." So ist in der neuen Anlage für den Laien kein Unterschied zu erkennen, wo die Schaltkästen der Wemag-Tochter enden und die der Schweriner Netzgesellschaft anfangen.

Sowohl Ehrich als auch Nieke bezeichnen den Neubau in Lankow als eine "wichtige Zukunftsinvestition". "Sie kann so jetzt gut 40 Jahre stehen bleiben", sagen die beiden Geschäftsführer. Für den Vorgänger im roten Backsteinbau läuft die Zeit zum Jahresende ab. Das Technische Landesmuseum hat bereits Interesse an der Technik bekundet. Der Abriss des Hauses ist beschlossene Sache. Über die Nachnutzung des Areals an der Gadebuscher Straße ist dagegen noch nichts entschieden.

Schwerin kann stolz auf das sichere Netz sein, auch wenn es immer wieder zu kurzzeitigen Stromausfällen kommen kann, beispielsweise wenn ein Bagger ein Kabel durchtrennt oder es individuelle Fehler gibt. Wie schnell die Netzgesellschaft dann die Probleme beseitigt, zeigte der jüngste Stromausfall, als 14 000 Haushalte vom Dreesch bis nach Zippendorf und Mueß von der Versorgung abgeschnitten waren: Nach nur einer Viertelstunde gab es wieder Strom.

Insgesamt sechs Umschaltwerke bzw. Schaltstationen regeln über diverse Ringleitungen die Stromversorgung der Landeshauptstadt, die über mehr als 350 Netzstationen bis zu den Stromkunden im Stadtgebiet gesteuert wird. "Fällt irgendwo der Strom aus, isolieren wir die schadhafte Stelle und lenken den Strom um", sagt Nieke. Was sich so einfach anhört, benötigt ein ausgeklügeltes System. Ein so genannter Kurzschlussanzeiger auf einer Überwachungstafel zeigt im Ring an, wo der Fehler liegt. Für die Reparatur wird der Strom dann in beiden Richtungen bis kurz vor die Schadstelle geschickt. Lutz Nieke nennt das einen offenen Ring. So kann alles zwischen der Schaltstation und dem Fehler schnell wieder versorgt werden. Gegebenenfalls übernimmt eine andere Schaltstation die Stromzufuhr und schafft damit quasi kurzzeitig einen neuen Ring - so wie jüngst beim Stromausfall auf dem Dreesch.

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