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Klecks sprach mit der Schulpsychologin Dr. Marlis Börger : Stress und Druck bei Jugendlichen Thema

vom

MV hat Sommerferien. Während des Schuljahres, besonders in den Wochen bevor es Zeugnisse gab, hatte sicher der eine oder andere auch mit stressigen Situationen zu kämpfen.

svz.de von
erstellt am 21.Jul.2011 | 11:10 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern hat Sommerferien. Während des Schuljahres, besonders in den Wochen bevor es Zeugnisse gab, hatte sicher der eine oder andere auch mit stressigen Situationen zu kämpfen. Da fällt es schwer einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch was heißt es überhaupt gestresst zu sein und wie kann man Stress bewältigen?

Klecks sprach mit der Güstrower Schulpsychologin Dr. Marlis Börger über die Faktoren, die bei Stress eine wichtige Rolle spielen, und darüber, wie man Stress bewältigt. In unserer Gesellschaft leiden nicht wenige Menschen, auch Jugendliche, unter typischen Stresssymtomen. Doch wie kommt es dazu? Dr. Marlis Börger hat darauf die Antwort: "Es ist wichtig zu wissen, dass Stress immer einen Auslöser hat. Er entsteht aus so genannten Belastungssituationen. Wenn Menschen ein Ziel verfolgen und das unbedingt schaffen wollen, haben sie automatisch einen großen Druck. Außerdem können Probleme innerhalb der Familie eine weitere Belastung sein."

Der 14-jährige Schüler Henning Schätz sieht ähnliche Auslöser: "Oft bin ich angespannt, wenn ich Ärger mit Freunden und der Familie habe. In meiner Freizeit spiele ich außerdem gerne Tennis. Wenn ich da Druck verspüre oder jemand zu viel von mir fordert, bin ich genervt."

Dennoch sei das nicht alles, was Stress verursache. Die eigene Bewertung der Situationen entscheide z.B. darüber, ob man sich gestresst fühlt. Daher könne es sein, dass nicht alle Menschen in den gleichen Situationen gestresst seien. Andauernder Stress führe zur Überforderung und zu körperlicher und seelischer Erschöpfung, die auf Dauer krank mache. "Allgemein gilt Stress als Lebenserhaltungsprogramm. Schon vor Tausenden Jahren dienten Stressreaktionen dazu, das Leben in Gefahrensituationen zu sichern, indem sie entweder so schnell wie möglich flüchteten oder den Feind angriffen", sagt die Expertin. Dieser Mechanismus sei auch heute noch vorhanden. Sobald Menschen einer Gefahr ausgeliefert seien, zeige sich, dass das Gehirn in einer solchen Situation Adrenalin freisetze, wodurch den Muskeln zusätzliche Energiereserven zugeführt würden. "Dadurch kann der Mensch bessere Leistungen erbringen", so Börger. Die Anzeichen für Stress sind unterschiedlich. Sie können auf physischer oder psychischer Basis liegen, wie z.B. Zittern, Unsicherheit, Hektik und Nervosität, aber auch sogenannte "Black outs" spielen eine große Rolle. Dabei sprechen die Psychologen von Konzentrationsschwächen, die durch Denkblockaden hervorgerufen werden können. Diese wirken sich dann beispielsweise negativ auf Vorträge oder Arbeiten in der Schule und im Beruf aus.

Zum Glück gebe es aber Hilfsmaßnahmen, die verhindern, dass man intensiven Druck verspüre und somit unter Stress leide, erklärt die Ärztin weiter. Um diesen zu umgehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man könne sich einem Ratgeber unterziehen, ausreichend schlafen, Sport treiben, Entspannungstechniken ausprobieren oder aber einen Zeitplan erarbeiten. Dieser sei hilfreich, um den Tag so zu planen, dass genügend Freizeit bleibe.

Schon seit mehreren Jahren gibt es auch Stressbewältigungsprogramme, mit deren Hilfe man den Stress abtrainieren kann und so entspannter durch das Leben geht.

Henning Schätz hat einen persönlichen Tipp parat: "Ich versuche einige Minuten Pause zu machen, um mich so abreagieren zu können. Danach kann ich ganz normal ohne Stress weiterarbeiten", sagt der 14-Jährige, der mit seiner Familie zur Zeit in Frankreich Urlaub macht. "Da kann man natürlich besonders gut entspannen und abschalten", fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.

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