Streit um Standort für Hilfe-Zentrum

von
22. August 2010, 09:55 Uhr

Groß Klein | Im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg soll das Psychosoziale Zentrum Nord-West entstehen. Bauherr ist die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP). Der Bau- und Planungsausschuss der Bürgerschaft hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Die GGP will 4,2 Millionen Euro in das gesamte Vorhaben investieren. Derzeit ist Torsten Benz, Geschäftsführer der GGP Rostock, auch mit der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung und Stadtentwicklung (RGS) und mit dem Liegenschaftsamt im Gespräch. "Alle Verhandlungen verlaufen gut", sagt Benz. Mit dem Sozialministerium ist zu klären, inwiefern eine Finanzierung der tagesklinischen Betten im Kinder- und Jugendbereich möglich ist. Wenn alles abgearbeitet ist, kann der Bauantrag gestellt werden. Wenn der positiv beschieden wird, erfolgt der Baustart voraussichtlich Ende 2011.

Auch im Ortsbeirat Groß Klein wurde das Vorhaben diskutiert. Hier regte sich allerdings Widerspruch gegen den gewählten Standort. Denn hier müsste eine größere Grünfläche weichen. Außerdem, so Ortsbeiratsvorsitzender Uwe Michaelis, stehe das Vorhaben eines sechsgeschössigen Baus im Konflikt mit dem Konzept der Stadt, die Gebäudehöhe zum Rand eines Stadtteils abnehmen zu lassen. Die Höhe des GGP-Neubaus wird zwischen drei und 18 Metern variieren. Die Länge wird mit 34 Metern angegeben. Zum Vorhaben gehören 39 Stellplätze. Als alternativen Standort schlug der Beirat die Fläche Kleiner Warnowdamm, Ecke Albert-Tischbein-Straße vor, wo bis vor Jahren das Thünen-Gymnasium stand. Die GGP hält jedoch an ihren Plänen fest.

Das Psychosoziale Zentrum Nord-West soll bestehende Angebote durch spezielle Hilfen für Menschen mit psychischen Handicaps ergänzen. Zum Vorhaben gehören teilstationäre Wohngruppen. Auch das bisherige GGP-Angebot der Tagesstätte "Insel" aus dem Schiffbauerring wird hier integriert. Weiterhin gehört ein tagesklinisches Angebot mit einem besonderen Profil dazu. "Wir schaffen in dem neuen Zentrum auch Plätze für Kinder und Jugendliche, das hat bisher noch gefehlt im Nord-Westen", sagt der GGP-Geschäftsführer. Die Kinder sollen freizeitpädagogische Hilfen erhalten und lernen, ihren Tag zu strukturieren.

Das Psychosoziale Zentrum Nord-West soll die komplexe trägerübergreifende Behandlung und Betreuung chronisch psychisch erkrankter Menschen in medizinischen und therapeutischen Angeboten ermöglichen. Dazu wird auch der Verein "Trockendock" einbezogen, der sich der Betreuung von Menschen widmet, die künftig abstinent leben wollen.

"Wir rechnen mit einer Bauzeit von einem Jahr", sagt Benz. GGP sucht schon seit Jahren nach einem geeigentetn Standort für so ein Zentrum. Vor Jahren war auch Schmarl im Gespräch. Die Pläne hatten sich allerdings zerschlagen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen